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„fifty/fifty“ : Stadtweit sparen Schüler Strom

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In einem Unterrichtsraum brennt während der Pause Licht. Doch die Schüler halten sich draußen auf. In einem anderen Klassenzimmer herrscht eine Temperatur von 27 Grad – und die Fenster stehen offen.

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2012 | 21:22 Uhr

An den Schulen ließe sich viel Energie sparen. „Unser Hausmeister schätzt ein Potenzial von 25000 Euro“, sagte gestern Dr. Sönke Zankel, Lehrer des Ludwig-Meyn-Gymnasiums (LMG) und Kreisfachberater für Natur- und Umwelterziehung.

Er hat eine vorbildliche Aktion gestartet. Uetersen ist die erste Stadt im Kreis Pinneberg, in der alle Schulen beim Energiesparen an einem Strang ziehen. Im Rahmen des Projekts „Fifty/Fifty“ laden Gymnasiasten jüngere Schüler zu Fortbildungen ein. Sie zeigen ihnen, wie sie den Verbrauch und gleichzeitig die Ausgaben der Stadt als Schulträgerin senken können:

Wer die Raumtemperatur um ein Grad senkt, spart sechs Prozent Energie. Mülltrennung schont nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie. Denn für die Leerung der schwarzen Tonne zahlt die Stadt, für das Abholen der Gelben Säcke kommen dagegen die Verpackungshersteller auf. „Wenn man Restmüll spart, spart man auch Geld“, so Zankel. Das umwelt- und stadtfreundliche Verhalten soll sich für die Schüler in barer Münze auszahlen. „Fifty/Fifty“ heißt: „Spart eine Schule Ressourcen und damit Geld ein, geht die Hälfte des Eingesparten direkt an die Schule, die andere Hälfte an den Schulträger“, erläuterte Zankel. Die Schüler dürfen mitentscheiden, was mit den Einnahmen geschieht. Anbieter der Fortbildungen ist der Umweltarbeitskreis am LMG, zu dem zehn Schüler aus den Jahrgängen 8 bis 13 und vier Lehrer gehören. Unterstützung erhalten sie von Manfred Tietje, Geschäftsführer der Stadtwerke Uetersen.

Gemeinsam unterrichteten sie gestern elf Klassen der Stufen 5 bis 7 aus der Rosenstadtschule und dem LMG. Sie sahen einen Film über die Erderwärmung und lernten spielerisch die richtige Mülltrennung kennen. Kinder der Friedrich-Ebert-Schule besuchten die Fortbildung in der vergangenen Woche. Auch die Geschwister-Scholl-Schule und die Grundschule Birkenallee beteiligen sich. Sie sollen Multiplikatoren werden. Wenn wir eine Einsparung von fünf bis zehn Prozent erreichen würden, wäre das eine unheimlich tolle Leistung“, sagte Zankel. Bei der Auswertung helfen ihm die Hamburger „Fifty/Fifty“-Koordinatoren. Die Hansestadt sparte durch das Projekt bereits vier Millionen Euro ein. Durch Fensterschließen allein können die Uetersener das 25000-Euro-Potenzial aber nicht ausschöpfen. Dazu wäre auch eine energetische Sanierung nötig.

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