60000 Euro im Jahr : Stadt trägt Defizit

„Wir haben die einmalige Gelegenheit, etwas für die Busanbindung des Gewerbegebietes Oha und vielleicht noch darüber hinaus zu tun. Aber wir müssen den ersten Schritt machen und uns finanziell daran beteiligen“, warb Bürgermeister Roland Krügel im Umweltausschuss dafür, dass Tornesch das errechnete Defizit zur Erweiterung der Buslinie 185 in das Gewerbegebiet Oha übernimmt.

shz.de von
16. September 2011, 21:20 Uhr

Außer den beiden Grünen- und einem CDU-Politiker folgten ihm die Umweltausschuss-Mitglieder und stimmten zu, dass sich Tornesch vorerst für drei Jahre mit jeweils 60000 Euro an der Buslinie 185 beteiligt. Sie soll bereits ab 1. Dezember mehrmals am Tag neu einzurichtende Haltestellen in der Hypathiastraße und im Asperhorner Weg im Gewerbegebiet Oha anfahren.

Tornesch kommt damit den Wünschen in Oha ansässiger Unternehmen nach und zeigt, was Wirtschaftsförderung auch beinhalten kann. Besonders das Wedeler Pharmaunternehmen Medac, das in seinem Logistikzentrum in Oha mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt, die nur mit Privatfahrzeugen oder Sammeltaxen vom Bahnhof Pinneberg kommend ihren Arbeitsplatz erreichen können, hatte um eine Lösung gebeten und in Gesprächen mit dem Tornescher Bürgermeister eine mögliche finanzielle Beteiligung an der Busanbindung signalisiert.

Denn der Kreis, der eigentlich zuständig ist, hat bislang keine Zusage gegeben, die Ausweitung der Buslinie zu finanzieren. Und das brachte die Tornescher Grünen, die sich sonst für die Nutzung und Ausweitung des öffentlichen Personennahverkehrs und die Co2-Minderung einsetzen, dazu, sich gegen die finanzielle Beteiligung der Stadt auszusprechen. „Der öffentliche Nahverkehr ist Sache des Kreises. Er müsste sich beteiligen, das ist aber noch offen“, so die Erklärung des Grünen-Fraktionsvorsitzenden und Umweltausschuss-Vorsitzenden Helmut Rahn. Aber auch für Bürgermeister Roland Krügel ist klar, dass die Finanzierung der Buslinienerweiterung nicht auf Dauer Aufgabe von Unternehmen oder der Stadt Tornesch sein kann. „Aber um den Einstieg hinzukriegen, müssen wir agieren. Ich bin sicher, wir kriegen den Kreis später mit ins Boot“, so Krügel. Er geht davon aus, dass die Buslinie 185 perspektivisch bis nach Elmshorn zum neuen Kreishaus geführt werden müsse. Auch wenn Tornesch die Buslinie mitfinanziere, so werde die Stadt nicht Aufgabenträger, antwortete Bürgermeister Krügel auf eine Nachfrage des SPD-Politikers Sebastian Schley.

Die Umweltpolitiker beauftragten den Bürgermeister, mit Firmen, die neben Medac ebenfalls von einem mehrmals am Tag im Gewerbegebiet haltenden Bus für ihre Mitarbeiter profitieren würden, Gespräche zu führen und eine finanzielle Beteiligung zu erzielen.

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