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St. MichaelKirche : Spritzigkeit und viele Absprachen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Carmen Baldzun weiß: Wer Schüler als Helfer in der Kinder- und Jugendarbeit halten will, muss sich heute anders auf sie einstellen als vor fünf Jahren. „Vor G8 war es einfacher“, sagte die Diakonin der Kirchengemeinde Moorrege-Heist im Gespräch mit den UeNa.

shz.de von
erstellt am 07.Jul.2013 | 21:09 Uhr

Die Jugendlichen hätten heute allesamt Nachmittagsunterricht – und das an verschiedenen Tagen. „Sie haben weniger Zeit, stehen unter größerem Druck“, empfindet die Erzieherin und Religionspädagogin. Sie könne nicht mehr einen Veranstaltungstermin festsetzen und dann ihre Unterstützer informieren. „Man muss erst die Helfer fragen. Ohne Absprache geht es gar nicht“, so die 50-Jährige.

Sie hat Erfolg. Der Laden brummt. Sechs Gruppen laufen unter Baldzuns Regie. Zehn Schüler und sechs Erwachsene helfen ihr; Letztere unter der Woche, die Jugendlichen eher am Wochenende.

Baldzun ist stolz auf ihre Ehrenamtlichen. „Ohne sie könnte ich meine Arbeit gar nicht bewältigen“, sagte sie. Die Mischung aus Alt und Jung ist ihr dabei viel wert: „Die Jugendlichen reißen mit ihrer Fröhlichkeit und Spritzigkeit die Kinder mit. Die Erwachsenen behalten den roten Faden“, so die Diakonin.

Die Motivation der Helfer ist hoch. Eine Frau fragte jüngst, ob sie mehr als bisher mitarbeiten dürfe. Baldzuns 13-jährige Tochter Melina, die sich gern um kleine Kinder kümmert, bemerkte: „Wenn mal eine Woche nichts ist, ist es doof.“ Was die Freiwilligen anzieht? „Man gibt, bekommt von den Kindern aber auch unheimlich viel zurück“, stellte Carmen Baldzun fest.

Geändert haben sich nicht nur die Bedürfnisse der Helfer, sondern auch der Besucher. „Feste Gruppen jede Woche kommen nicht so gut an wie Projektarbeiten“, so die Diakonin. Seit drei Jahren läuft etwa die Aktion „Alt und Jung“. Einmal monatlich besuchen Baldzun und vier Jugendliche das Seniorenheim Heist. Junge und Betagte unterhalten sich, spielen, gehen gemeinsam zur Eisdiele.

Die Integration von Alt und Jung, Starken und Schwachen bedeutet der Diakonin viel. Als sie begann, in der Heideweg-Schule in Appen-Etz geistig behinderten Kindern Konfirmationsunterricht zu geben, wollte sie die Gruppe öffnen. Ergebnis: Kinder des Förderzentrums und Grundschüler aus Heist und Moorege treffen sich einmal monatlich im Gemeindehaus. 20 Jungen und Mädchen singen, spielen und kochen gemeinsam. „Die Grundschüler haben ihre Hemmschwellen gegenüber Menschen mit Behinderungen abgebaut. Das ist ganz toll anzusehen“, so Baldzun. Inzwischen verhängte sie sogar einen Aufnahmestopp. Das Interesse an ihren Angeboten ist elf Jahre nach ihrem Einstand in Moorrege und Heist ungebrochen hoch.

uWas sonst noch läuft Zu einer Freizeitwoche in Otterndorf (Landkreis Cuxhaven) brechen rund 20 Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren am 29. Juli auf. Am Wochenende vom 16. bis 18. August bereiten Jungen und Mädchen aus Moorrege und Heist sowie Heideweg-Schüler einen Integrationsgottesdienst vor, der am Sonntag, 25. August, gefeiert werden soll. Am Wochenende vom 27. bis 29. September fahren Groß und Klein nach Borgwede (Kreis Schleswig-Flensburg) zu einer Familienfreizeit.

Während der Schulzeit treffen sich Konfirmanden dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr im Gemeindehaus, Kirchenstraße 56, zu einem Jugendcafé. Zur Kinderkirche „St.-Michael-Wunderkiste“ sind Jungen und Mädchen einmal im Monat an einem Freitagnachmittag eingeladen. Bei einem monatlichen Kinderwelttag lernen die Besucher Sitten, Bräuche und Religionen eines fernen Landes kennen. Vor den Oster- und Herbstferien steigt eine Schülerdisco. An Weihnachten führen Baldzun und Kinder ein Krippenspiel auf. Zwei Eltern- und Kind-Gruppen treffen sich mittwochs ab 15 Uhr im Gemeindehaus. (jhf) www.kirche-moorrege-heist.de

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