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Deutschkurse für Asylbewerber : Sprache und erste Orientierung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Alle reden von Integration, wir handeln“, sagt Bürgermeister Roland Krügel. In Kooperation mit der Volkshochschule Tornesch-Uetersen werden seit dem 5. Mai im neuen Stadtteilbüro an der Pommernstraße 30 Asylbewerber aus Tornesch und Moorrege in zwei Parallelkursen unterrichtet. „Denn nur wer die Sprache des Landes spricht, in dem er lebt, kann sich einbringen“, ergänzte der Verwaltungschef.

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erstellt am 22.Mai.2014 | 18:47 Uhr

Ansich ist die Betreuung von Asylbewerbern Landessache. Doch seit Schleswig-Holstein immer mehr Menschen aufnimmt, hat es sich durchgesetzt, die Bewerber zügig an die Städte und Gemeinde weiterzuleiten. Sozialamtsleiterin Sabine Kählert und Krügel bedauerten, dass es nicht gelungen ist, Uetersen für das Projekt der Deutschkurse ins Boot zu holen. „Ich verstehe, dass Uetersen rechnen muss, aber unser Angebot ist wirklich nicht teuer“, so der Bürgermeister.

3800 Euro pro Kurs, der 100 Unterrichtsstunden umfasst und neben der Sprache auch Orientierung im Alltag bieten will, hat die Tornescher Stadtvertretung im Haushalt bereitgestellt „Wir sind unserer Politik dankbar, dass sie uns dieses Angebot ermöglicht hat“, unterstrich Kählert.

Die Kursleiter Verena Fischer-Neumann, Ingrid Giogli-Linke, Anja Sandleben und Mahdi Habibpur sind begeistert von der Lernmotivation ihrer Schülerinnen und Schüler. „Es ist muckmäuschenstill im Unterricht“, sagte Dozentin Sandleben. Viele Teilnehmer haben in ihren Heimatländern studiert und lernen schnell. Andere sind Analphabeten und freuen sich, endlich lernen zu können. Gibt es einmal Verständigungsschwierigkeiten, ist Dozent Habibpur eine große Hilfe. Er spricht Persisch und ein wenig Arabisch. Die Asylbewerber, die aktuell das Angebot nutzen, kommen aus dem Iran, aus Afghanistan und aus Syrien. Sie zahlen einen Eigenanteil von 35 Euro, den die Tornescher Bewerber bei regelmäßiger Teilnahme zurückerstattet bekommen.

Wer möchte sich als Sprachpate engagieren?

Um die Deutschkurse für Asylbewerber zu unterstützen und auch um Gastfreundschaft zu beweisen, bitten die Veranstalter von der Stadt und von der kooperierenden Volkshochschule interessierte Deutsche, sich als Sprachpaten zu engagieren. „Wir suchen Menschen aus Tornesch, Uetersen, Moorrege und Umgebung, die Lust haben, sich mit den Asylbewerbern zu treffen, sich zu unterhalten und sie in die Kultur und das Zusammenleben in unserer Gesellschaft einzuführen“, formulierte VHS-Leiterin Inga Pleines. Angedacht sei eine Patenschaft auf Zeit, die für beide Partner die Chance bietet, eine andere Kultur kennen zu lernen. Zunächst sind vier Treffen geplant. Hierfür wird im Stadtteilbüro ein interkulturelles Café eingerichtet. Das erste Beisammensein findet am Mittwoch, dem 4. Juni, zwischen15.30 und 17 Uhr statt. Bis zu den Sommerferien werden die Mittwochstreffen fortgesetzt. Interessenten können ohne Anmeldung vorbeikommen.

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