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Finanzsorgen : Sportvereine: Die soziale Stadt soll Wirklichkeit werden

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Schluss mit lustig in der Rosenstadt! Es muss gespart werden. Dann winken Millionen von Landesseite. Das ist, verkürzt, die Grundlage des Vertrages, den die Stadt Uetersen mit dem Land noch in diesem Jahr abschließen will. Er ist Grundlage des landesweiten Entschuldungsprogramms, kurz: „Gesetz zur Konsolidierung kommunaler Haushalte“.

Das Land sei der Auffassung, dass arme Kommunen, die unter diesen Rettungsschirm schlüpfen wollen (das Gesetz gilt trotz anderslautender Aussagen des Koalitionsvertrages zwischen SPD, Grünen und SSW weiter), eigene Anstrengungen zu unternehmen haben, um sich zu entschulden. Das hat die Verwaltung den Politikern mitgeteilt. Von Uetersen werde seitens des zuständigen Innenministeriums erwartet, „dass das Zumutbare getan wird, um nicht nur einen Haushaltsausgleich, sondern auch einen Abbau der Schulden zu erreichen. Es dürfen keine Mühen gescheut werden, und das Engagement muss auch über das übliche Maß hinausgehen.“

Motto: Wer jahrelang über die Verhältnisse lebt und wem nun von reichen Kommunen geholfen werden soll, der muss zeigen, dass er auch würdig ist, diese Hilfen in Anspruch zu nehmen.

Die Frage nach der Ursache der Überschuldung der Rosen- und Hochzeitsstadt ist umstritten. Doch das Ministerium sagt klipp und klar, dass eine Stadt, die ihren Bürgern etwas bietet, darauf achten muss, dass diese Dinge auch bezahlbar sind. Eine Kostendeckung müsse her!

Und genau das trifft nun auch die Uetersener Sportvereine, die städtische Hallen nutzen. Sie bezahlen für den Trainingsbetrieb der erwachsenen Mitglieder bislang stündlich 3.10 Euro pro Turnhallenfeld (und die Schwimmhalle). Darüber informiert die Stadtverwaltung in einer Vorlage für den Schul- und Kulturausschuss, der am Mittwoch zusammentritt. 3.10 seien nicht kostendeckend. Es müssten fünf Euro angesetzt werden. Das trifft die Vereine. „Hart“, sagen Bernd Freundt, Chef des TSV, Uwe Schankin von der DLRG und Rita Saß von Sport & Spass. Mehr als 60 Prozent Kostensteigerung sei unsozial und nicht zu verkraften. Komme es so, sagt Freundt, müsse beim TSV erneut eine Beitragserhöhung beschlossen werden. Und auch Schankin und Rita Saß wissen nicht, wie sie diese Finanzlücke ohne Anpassung der Beiträge schließen sollen. Die Vereine würden Mitglieder verlieren und könnten ihrer sozialen Aufgabe für die Stadt nicht mehr in dem bisherigen Umfang nachkommen.

Bei den Vereinsvorsitzenden akzeptiert man, dass die Stadt sparen muss. Man verweigere sich gar nicht, für die Solidargemeinschaft aufzukommen. Aber die Erhöhung der Hallenbenutzungsgebühr von 3.10 auf fünf Euro sei nun einmal nicht zu verkraften. Die Sportvereine wollen Schnellschüsse verhindern und bitten um die Einrichtung eines „Runden Tisches“, an dem diese Angelegenheit aber auch andere Fakten angesprochen werden können. Sie wollen an diesem wichtigen Diskussionsprozess direkt teilhaben und werden diesbezüglich von der Bürgermeisterin unterstützt, die bereits Signale aus der Politik erhalten habe, die darauf hindeuteten, dass dem Wunsch der Vereine entsprochen werden könnte. Somit ist es möglich, dass der Tagesordnungspunkt „1. Änderung der Entgeltsordnung der Stadt Uetersen für die Benutzung städtischer Sporteinrichtungen“ am Mittwoch abgesetzt wird.

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erstellt am 24.Aug.2012 | 20:46 Uhr

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