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Küstenschutz: Der Deich wird verstärkt : Sperrungen und mehr Verkehr bei Seestermühe

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ab dem kommenden Jahr wird an der Elbe bei Seestermühe gebaut.

Seestermühe/ Neuendeich | Im kommenden Jahr beginnen die Ausbesserungsarbeiten am Landesschutzdeich zwischen dem Bauerndamm in Seestermühe und dem Krückausperrwerk. 2,5 Millionen Euro investiert das Land in die Maßnahme, die nötig geworden ist, weil der Deich seit dem Bau 1969 an einigen Stellen abgesackt ist − zum Teil um bis zu einem Meter. In Folge werden alle Straßen am Deich zeitweilig gesperrt, und die Belastung durch Schwerlastverkehr wird für einen begrenzten Zeitraum sprunghaft ansteigen.

Während einer Einwohnerversammlung in Neuendeich hatte Oberdeichgraf Thies Kleinwort das Thema erstmals öffentlich angesprochen. Ihm geht es vor allem um eine rechtzeitige Information der Bürger, die etwa zwölf Monate lang, verteilt auf zwei Jahre, mit Einschränkungen leben müssen. Gebaut wird voraussichtlich in 2017 und 2018 jeweils von April bis September. Während die Baustelle im ersten Jahr danach winterfest gemacht wird, sollen die Arbeiten im zweiten Jahr beendet werden.

„Zu der Aufarbeitung gibt es keine Alternative“, sagte Kleinwort. Der Landesschutzdeich sei an einigen Stellen auf 7,20 Meter abgesackt und liege damit einen Meter unter der vom Land vorgegebenen Sollhöhe. „Der Boden ist einfach nicht fest genug, deshalb sind diese Sackungen vollkommen normal“, sagte er. Der Landesschutzdeich hat einen Kern aus Sand, der mit Kleierde abgedeckt wurde, die gängige Methode beim Bau eines Deichkörpers. „Bei der Nachverstärkung wird ausschließlich Kleierde verwendet, die eine hohe Festigkeit gegenüber Wasser hat“, so Kleinwort. Diese für die Marsch so typische Tonerde wird im Zwischendeichsbereich entnommen, die entstehenden Gruben verfüllen sich mit Wasser „und werden am Ende zu neuen Fischteichen“, sagte der Oberdeichgraf aus Neuendeich. Zusätzlich zur Nachverstärkung wird die Außenböschung des Deiches zur Elbe hin abgeflacht, um die Wucht der Wellen zukünftig abzumildern.

Ebenfalls geplant sind der Bau eines Treibselräumweges auf der drei Kilometer langen Strecke zwischen Bauerndamm und Krückausperrwerk sowie die Sanierung des Deichverteidigungsweges. Auch das ist unumgänglich. Nach drei Jahren ist der marode“, so Kleinworts Fazit. Herausfordernd dürfte für die Anwohner vor allem die Belastung durch den zusätzlichen Verkehr während der Bauphase sein. „Man rechnet mit 1500 Touren voll beladener Lastwagen während der gesamten Zeit.“ Bislang ist vorgesehen, den ankommenden Schwerlastverkehr durch die Stöpe in Neuendeich am Deich entlang zu führen. Die leeren Lastwagen sollen anschließend durch Seestermühe zurück fahren. Radfahrer, die aus Richtung Kollmar kommen, können ungehindert bis zum Krückausperrwerk fahren, müssen dort die Strecke verlassen und werden über die Klevendeicher Drehbrücke umgeleitet.

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erstellt am 10.Jun.2016 | 10:00 Uhr

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