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Brücke Grüner Damm : Sperre einfach beiseite geschoben

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Offiziell ist die Brücke am Grünen Damm seit mehr als einem Jahr wegen Baufälligkeit gesperrt. Doch gestern hätten Fußgänger und Traktoren sie passieren können. Absperrgitter und -schilder standen am Rand der Überfahrt. Sie waren offensichtlich beiseite geschoben worden.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 18:24 Uhr

Das zeigt, wie wichtig die Schotterpiste zwischen Heist und Hetlingen samt der Brücke über den Lanner Kuhlenfleth für viele Menschen ist. Für vier bis fünf Landwirte aus Heist, einige aus Haselau und zumindest einen aus Hetlingen stellt sie den kürzesten Weg zu ihren Ländereien dar. Das berichteten die Bürgermeister gestern den UeNa.

Kinder und Jugendliche aus Hetlingen fahren auf dieser Strecke mit dem Rad zur Gemeinschaftsschule in Moorrege, so Bürgermeisterin Monika Riekhof. Zurzeit müssen sie weite Umwege nehmen. Zuständig für den Erhalt der Brücke ist Haseldorf, doch gerade die Landwirte aus dieser Gemeinde nutzen sie nicht.

Bürgermeister Uwe Schölermann versucht deshalb, die Nachbardörfer ins Boot zu holen. Haselau erklärte sich bereit, bis zu 6000 Euro beizusteuern. Hetlingen will 2000 Euro zahlen. Der Gemeinde würde aber eine Fußgänger- und Fahrradbrücke reichen. Holm und Heist haben noch keine Beschlüsse über Zuschüsse gefasst. „Für uns ist das kein Thema“, sagte der Holmer Bürgermeister Walter Rißler. Sein Heistmer Kollege Jürgen Neumann berichtete, dass die AktivRegion Pinneberger Marsch & Geest das Projekt nicht fördern kann. Er will nun zusammen mit Schölermann einen Termin beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vereinbaren und um einen Zuschuss aus einem Topf für „Landschaftliche Wege“ bitten. Das Hamburger Ingenieurbüro BWS legte im August eine Machbarkeitsuntersuchung vor. Eine Sanierung würde demnach rund 256000 Euro kosten und wäre teurer als ein Neubau, der mit einer Pfahlgründung 223000 Euro und einer Flachgründung 240000 Euro zu Buche schlagen würde.

Das Büro rät aber zu einer dritten Variante: einem großen Rohr, das statt einer Brücke als Durchlass in das Fleth-Bett eingelassen wird. Es würde fast 170000 Euro kosten. Die Wasserbehörde gab bereits Grünes Licht. Das Ingenieurbüro rechnet damit, dass der Straßenunterhalt bei dieser Lösung am günstigen, der Gewässerunterhalt aber höher ausfallen wird.

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