Gerisch-Stiftung : Spektakuläre Ausstellung

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Die aktuelle Ausstellung „54° 4 min Thorsten Goldberg“ in der Villa Wachholtz der Herbert Gerisch-Stiftung ist durch die Vielfalt, die uns der in Berlin lebende Künstler präsentiert, sehenswert und besonders. Wenn der Besucher den Blick in den herbstlichen Skulpturenpark schweifen lässt und die außergewöhnliche Skulptur „Cumulus 1108“ erblickt, kommt er ins Staunen.

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25. Oktober 2012, 21:19 Uhr

An einem beweglichen Arm, der sich auch durch Muskelkraft bewegen lässt, wird die Wolke zukünftig über der Gerisch-Stiftung schweben. Seit der Gründung der Stiftung verfolgt sie die programmatische Leitlinie – ausgehend vom Ambiente des historischen Landschaftsgartens, des Parks und der Jugendstilvilla – die kulturellen Bedingungen von Natur- und Idyllevorstellungen miteinander zu verbinden.

Das ist mit dieser Schau hervorragend gelungen. Thorsten Goldberg (*1960) wurde durch seine Arbeiten im öffentlichen Raum international bekannt und präsentiert in dieser Werkschau Installationen, Objekte, Fotografien, Zeichnungen und Videoarbeiten. Außerdem widmet sich der Multimedia-Künstler der „Erforschung utopischer Orte.“ Waren nicht auch die seefahrenden Entdecker der frühen Neuzeit auf der Suche nach paradiesischen Orten? Die Gerisch-Stiftung in Neumünster liegt auf dem 54° 4 min Breitengrad (hier klärt sich auch der Titel der Ausstellung), und Goldberg spannte eine Linie – eine fiktive Verbindung – vom Ausstellungsort zu fernen „verheißungsvollen“, zugleich unbekannten Orten. Orte wie Inseln, dahinziehende Wolken oder das Schlaraffenland, zu denen man sich meist nur hinträumen kann. In Bezug auf das historische Schlaraffenland „dessen Karte nun den Park der Gerisch-Stiftung neu definiert“, verspricht der Künstler Milch und Honig oder führt auf virtuellen Wegen zu Inseln, deren touristische Abziehbilder so manchen Bildschirmschoner in unserer Realität prägen. Die Ausstellung ist Teil einer deutsch-polnischen Kooperation und wird in Danzig fortgesetzt. Das Café Harry Maasz lädt zum Verweilen ein. Geöffnet ist die Ausstellung in der Brachenfelder Straße 69 bis zum 20. Januar 2013.

Öffnungszeiten: Mi.-Fr. 11 bis 18 Uhr. Sa./So. 11 bis 19 Uhr. Eintritt: 6 erm. 4 Euro. Führungen jeweils am 2. Sonntag im Monat um 12 Uhr.

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