Politik trifft Gewerkschaft : SPD sagt Werkverträgen den Kampf an

Die Sozialdemokraten möchten weiterhin die Partei der Arbeitnehmer sein. Und dabei auch ihre enge Verbindung zu den deutschen Gewerkschaften unterstreichen.

shz.de von
14. Oktober 2012, 22:12 Uhr

Das feste Band der politischen und der gewerkschaftlichen Ebene soll am 29. Oktober im „Taps“ unterstrichen werden. In der kleinen Kneipe an der Pinnauallee findet von 20 Uhr an das Uetersener Arbeitnehmerforum statt. Einladende sind der Elmshorner SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann und der Uetersener Kreis-Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), Norbert Vahl. Dem Abgeordneten für den Kreis Pinneberg und Vahl stehen mit Jan Eulen und Kai Trulsson zwei hochkarätige Referenten zur Seite.

Eulen ist Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie, Trulsson ist der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Unter-elbe. Der Abend im „Taps“ trägt die Überschrift „Arbeit sicher und fair“.

Den Beteiligten geht es um das Themenfeld der Werkverträge, der Leiharbeit und der Praktika und dem damit verbundenen möglichen Missbrauch.

Für Vahl und Rossmann steht fest: Ein Fünftel der abhängig Beschäftigten arbeitet in Deutschland für einen Niedriglohn. Dabei, so sagen die Einladenden, seien gemäß einer Studie der IG Metall insbesondere Frauen, junge Menschen, Minijobber, Leiharbeiter, Migranten, befristet Beschäftigte und gering Qualifizierte betroffen.

Neben unbezahlten Praktika und Leiharbeit würden bei diesen Arbeitsverhältnissen insbesondere Werkverträge immer mehr an Bedeutung gewinnen, heißt es weiter. Den Gewerkschaften ist das schon lange ein Dorn im Auge. Ihre Kritik richtet sich gegen Unternehmen, die Kernaufgaben zu Arbeitgebern auslagern, die keine Tariflöhne bezahlen und daher billiger sind. Diese neuen Entwicklungen und Möglichkeiten des Lohndumpings müsse im Schulterschluss begegnet werden. Das soll während des Abends in Uetersen auch unterstrichen werden. Im Anschluss an Referate von Ernst Dieter Rossmann und Jan Eulen wird es Statements von Kai Trulsson und Norbert Vahl geben, bevor gegen 21 Uhr zur Diskussion eingeladen wird. Der Abend, der gegen 22 Uhr beendet sein soll, ist natürlich kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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