Bauausschusssitzung : SPD drängt auf Ortskernerneuerung

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Tornesch ist arm an Gebäuden mit Wiedererkennungswert und hat im Ortszentrum statt Rathaus und Marktplatz eine belebte Straßenkreuzung. Verkehrsbelastung und die fehlende Stadtmitte prägen seit Jahrzehnten die politischen Diskussionen – und stören viele Bürger. Auf Antrag der SPD hat jetzt der Bauausschuss den Anstoß für eine Neugestaltung des Ortskerns gegeben.

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04. Juni 2014, 20:02 Uhr

Mit den Stimmen von SPD und CDU wurde beschlossen, für das Gebiet südlich der Ahrenloher Straße und der Uetersener Straße – vom Lindenweg bis zum ehemaligen Postgebäude – eine neue Bauleitplanung aufzustellen. Flankierend soll ein Planungsbüro Ideen für eine städtebauliche Neugestaltung und eine sinnvollere Nutzung des Gebiets entwickeln.

Der neu aufzustellende Bebauungsplan ersetzt die alten B-Pläne 45, 70 und 71. Nicht gewollte Veränderungen des Stadtbilds soll bis zur Fertigstellung der neuen Bauleitplanung eine Veränderungssperre verhindern. Jeder neue Bauantrag muss vom Bauausschuss genehmigt werden.

Erster Stadtrat Klaus Früchtenicht hatte für die SPD-Fraktion den Antrag zur Gestaltung des Ortszentrums nachträglich auf die Tagesordnung setzen lassen. „In diesem Bereich muss etwas geschehen“, begründete er die Dringlichkeit. „Wir wollen eine zügige Überplanung“, sagte auch SPD-Ratsherr Artur Rieck.

Der SPD-Fraktion ist es vorerst am wichtigsten, Fehlentwicklungen und städtebaulichen Wildwuchs zu verhindern. Konkrete Ideen für eine Neugestaltung des Ortskerns wurden während der Ausschusssitzung noch nicht formuliert.

Ausschussvorsitzender Henry Stümer stimmte Früchtenicht und Rieck zu und sprach sogar von der Notwendigkeit einer Ortskernsanierung. Der CDU-Politiker: „Wir wollen eine Innenstadt für die Bürger. Wenn Tornesch wirklich schön werden soll, muss die Stadt erhebliche Mittel zur Verfügung stellen.“

Allerdings sieht Stümer das ehrgeizige Vorhaben eher als langfristige Maßnahme mit einem Zeitrahmen von 10 bis 15 Jahren. In den nächsten drei Jahren stünden ohnehin keine Haushaltsmittel zur Verfügung. Von Eile riet auch CDU-Ratsfrau Heide-Marie Plambeck ab: „Wenn wir wirklich etwas Vernünftiges wollen, sollten wir uns etwas mehr Zeit lassen.“ Auf Anregung von Stümer und Rieck beschloss der Bauausschuss, die Verwaltung prüfen zu lassen, inwieweit die angestrebte Ortskerngestalt als städtebauliche Maßnahme im Sinne von Paragraph 165 Baugesetzbuch anzusehen sei. In diesem Fall wäre es möglich, den Verkauf von Häusern, die das Stadtbild stören, zu erzwingen.

Was die Durchsetzbarkeit der neuen Bauleitplanung angeht, blieb Verwaltungschef Roland Krügel in der Diskussion skeptisch: „Bestimmte Gebäude werden wir erst wegbekommen, wenn sie uns gehören.“

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