zur Navigation springen

Ausstellungseröffnung : Spanischer Expressionismus

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Er gilt als bedeutendster Vertreter des spanischen Neoexpressionismus: Jorge Rando, ein tief religiös denkender Künstler. Unter dem Titel „Passion“ zeigt das Ernst Barlach Museum ab Sonntag, 13. März, 120 Ölgemälde und Aquarelle des Malers.

„Anfangs war meine Malerei ein Aufschrei. Nun ist sie ein Gebet“, sagt Jorge Rando über seine Arbeit. In seiner eigenwilligen Interpretation des Expressionismus dreht es sich vor allem darum, die spirituelle Kraft als Orientierung in der Welt sichtbar zu machen. Sein Ziel ist es, die Suche nach dem Transzendenten zu malen. Dafür bedient sich Rando der Abstraktion – eine Technik, die in der Malerei seit jeher für das Geistige steht.

1941 in Málaga geboren reflektiert Jorge Rando die tiefen religiösen Wurzeln seiner Kultur. Um die Wahrnehmung des Betrachters nicht einzuengen, gibt Jorge Rando seinen Werken niemals Namen. „Ich male meine Bilder, gebe sie frei und jeder kann dann mit ihnen in den Dialog treten“, erläutert der Künstler.

Die Ausstellung öffnet dem Betrachter den Blick auf die spanische Rezeption von Expressionismus und die Entwicklung der spanischen Moderne. Auf drei Stockwerken zeigt das Ernst Barlach Museum mehrere Zyklen im Schaffungsprozess Jorge Randos. Der namensstiftende Komplex „Passion“ zieht sich durch die gesamte Ausstellung, doch auch andere Themen werden in den Werken aufgegriffen und verarbeitet. So widmete Jorge Rando mehrere Bilder der Prostitution – ein Thema, das den Künstler seit vielen Jahren immer wieder beschäftigt.

Auch der deutsche Expressionismus hat Jorge Rando fasziniert. Nach seinem Philosophiestudium reiste er als junger Mann nach Köln. Dort begreift er den Expressionismus als Kunstkonzept von aktueller Bedeutung und wird besonders von der kompromisslosen Subjektivität magisch angezogen. Seit 2004 lebt der Maler nun in Hamburg, seine Seele aber ist stets in Málaga verankert.

Mit der Ausstellung von Randos Werken setzt die Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg den Dialog mit europäischen und internationalen Künstlern fort. In diesem Rahmen verleiht sie Jorge Rando am Tag der Ausstellungseröffnung am 13. März um 17 Uhr den Ernst Barlach Ehrenpreis. Bis zum 19. Juni können Jorge Randos Werke dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr bewundert werden.

zur Startseite

von
erstellt am 09.Mär.2016 | 21:03 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert