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Gedenktafel enthüllt : Späte Würdigung für Magreta Brandt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zum 100. Geburtstag der Heimatdichterin Magreta Brandt ist am Sonntag in ihrem Heimatdorf Seestermühe eine Gedenktafel enthüllt worden. Mit dieser fast bescheiden anmutenden Hommage geht für Otto Schinkel von der Arbeitsgemeinschaft Dorfentwicklung ein lang gehegter Traum in Erfüllung.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2015 | 17:34 Uhr

Und auch Bürgermeister Thorsten Rockel ist zufrieden: „Fast 30 Jahre lang haben wir versucht, sie in der Gemeinde zu verankern. Dass es jetzt endlich geklappt hat, macht Seestermühe auch ein Stück weit interessanter“, sagte er.

Das Haus in der Straße Am Altenfeldsdeich 67 ist eine charmante weiß verputzte Kate mit Reetdach und duckt sich in einen wunderschönen Bauerngarten. Hier wohnt Margrit Carstens, seit 2002 Besitzerin der Immobilie, die eine lange und spannende Geschichte hat. Ihren einstigen Bewohnern sei Dank, denn in den Räumen der Kate wurde am 6. September 1915 die spätere Heimatdichterin Magreta Brandt geboren.

Auch wenn ihr der ganz große Durchbruch bis heute versagt blieb, sind sich Fachleute einig in der Bewertung des literarischen Nachlasses: Das umfangreiche Werk aus Lyrik und Prosa verdient nicht nur wegen seiner Sprache eine Würdigung, sondern ist auch eine Fundgrube für diejenigen, die sich mit dem dörflichen Leben in der Seestermüher Marsch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts beschäftigen.

„Heute ist ein glücklicher Tag für mich“, sagte Otto Schinkel. Ihm sei ein Stein vom Herzen gefallen, als klar war, „dass das mit der Gedenktafel klappen würde“. Er gehört zu denen, die Magreta Brandt noch mehrfach begegnet sind, bevor sie 1992 in Hamburg starb.

Für Schinkel, der die Gedenktafel zusammen mit Freund und Arbeitsgemeinschaftskollege Dieter Hüllmann aus eigener Tasche bezahlte, ist es bereits der dritte Anlauf, der Autorin zu posthumer Würdigung zu verhelfen. Zu einer Gedenkecke im Göpelschauermuseum ist es nicht gekommen, eine vor einigen Jahren neu zu benennende Straße trägt heute den Namen „Im Appelhoff“. „Aller guten Dinge sind drei“, sagte Schinkel am Sonntag, als er die Gedenktafel im Beisein von Magreta Brandts Tochter Ingrid Brandenburg vorstellte.

Sie steht strategisch günstig, hat ihren Platz nicht nur direkt am Gartenzaun von Margrit Carstens, sondern auch unter einem offiziellen Straßenschild, mit dem Touristen die Wege zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten aufgezeigt werden. „Hier bleiben die Leute stehen und haben dann auch gleich die Tafel im Blick“, sagte Carstens, die inzwischen das komplette Werk Magreta Brandt gelesen hat. „Durch ihre Beschreibungen auch dieses Hauses habe ich dazu nochmal eine ganz neue Beziehung dazu bekommen“, sagte sie.

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