Fußball : Späte Derby-Dramatik

Das Spitzen-Derby zwischen den 1. Herren des Heidgrabener SV und den 1. Männern des FC Union Tornesch blieb am Sonntag 74 Minuten lang torlos. HSV-Trainer Ove Hinrichsen urteilte: „Es war ein typisches 0:0-Spiel, aber eines der besseren Sorte!“ Etwas anders sah dies FCU-Coach Mirco Seitz: „Das Spiel war sehr zerfahren, weil beide Teams fast nur mit langen Bällen agiert haben, was auf dem kleinen Platz eigentlich das falsche Mittel ist – aber Flachpässe waren nicht möglich, da der Boden sehr uneben war!“

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04. November 2013, 21:19 Uhr

Die Gäste hatten in der ersten Halbzeit zwar mehr Ballbesitz und optische Vorteile, konnten sich aber keine klaren Torchancen erspielen. „Wir haben hinten sehr kompakt gestanden“, lobte Hinrichsen. Die Hausherren wären beinahe früh in Führung gegangen, doch einen Schuss von Maik Siebels berührte FCU-Keeper Björn Schramm noch minimal und sorgte damit dafür, dass der Ball am Pfosten vorbeitrudelte. Bitter für die Heidgrabener, denen bereits Tim Siebels erkrankt fehlte: Maik Siebels musste kurz danach mit einem Muskelfaserriss ausgewechselt werden.

„Bis zur Pause war es eigentlich kein richtiges Derby – erst in der zweiten Hälfte wurde es dann immer hitziger und es gab viele kleine Fouls“, berichtete Seitz. In der ersten Viertelstunde des zweiten Durchgangs sah Hinrichsen „klare Vorteile“ für seine Elf, gab aber auch zu: „Danach nahm Tornesch das Heft in die Hand!“ In der 72. Minute gab es einen ganz bitteren Moment: Ein Tornescher fiel in HSV-Verteidiger Daniel Burmester hinein, der sofort mit dickem Knie vom Platz humpelte und vermutete: „Das ist ein Kreuzbandriss!“ Am Donnerstag, 7. November hat Burmester einen MRT-Termin.

Zwei Minuten später, als die durch Burmesters Ausscheiden neu formierte Heidgrabener Abwehr sich einmal falsch verschob, stand Martin Schwabe in der Mitte frei und nutzte Fatih Simseks Zuspiel zum 0:1 (74.). Als Dennis Malysz wegen wiederholten Foulspiels (er hatte Serge Haag gelegt) die Gelb-Rote Karte sah (78.), waren die Hausherren in Unterzahl. Um trotzdem das 1:1 zu schaffen, stellte Hinrichsen die Abwehr auf eine Dreierkette um. Dadurch hatten die Tornescher viel Platz und als sie in der Nachspielzeit konterten, wurde Simsek von HSV-Torwart Pascal Fritz rüde gestoppt. „Fritz war mit der Gelben Karte gut bedient“, so Hinrichsen. Simsek sah „Rot“, da er Fritz beleidigt haben soll. „Oliver Runge und Jörg Schwanz, die für Simseks Behandlung auf dem Platz waren, haben keine Beleidigung gehört“, ärgerte sich Seitz. Serge Haag verwandelte den fälligen Elfmeter zum 2:0 – doch nach Intervention seines Assistenten zeigte Schiedsrichter Klaus Gogarten (SV St. Georg) dann auch Serge Haag wegen Beleidigung „Rot“ und ließ den Strafstoß wiederholen. Schwabe traf zum 0:2 (95.). „Zwei unnötige Rote Karten“, sagte Seitz, während Hinrichsen klagte: „Bitterer kann man ein Derby nicht verlieren!“

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