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Wahlnachlese : Sozialdemokraten nun in der Pflicht

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nicht einmal die Hälfte der 10574 wahlberechtigten Tornescherinnen und Tornescher hatte sich auf den Weg ins Wahllokal gemacht. Politikverdrossenheit und Desinteresse machte sich bereits bei den Veranstaltungen der Parteien in Vorbereitung auf die Kommunalwahl bemerkbar.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 21:15 Uhr

Auch am Wahlabend zeigten sich die Politiker von der Wahlbeteiligung von nur 47,8 Prozent enttäuscht. Doch offenbar hatte die SPD ihre Wähler mobilisiert, denn die SPD-Direktkandidaten entschieden einen Wahlkreis nach dem anderen für sich. Auch SPD-Kandidaten, die erstmals und nicht mit einem vorderen Listenplatz ins Rennen geschickt wurden, wie Dr. Susanne Dohrn, Hans-Jürgen Jeschke oder Peter Schley ließen die sonst in den Wahlkreisen starken CDU-Kandidaten hinter sich. Allerdings lag Peter Schley im Wahlkreis 4 nur eine Stimme vor dem CDU-Direktkandidaten Christopher Radon. Er wiederum hatte vor fünf Jahren den Wahlkreis auf Anhieb für sich entschieden. Während die Genossen aus dem Staunen und der Freude über 52,6 Prozent der Wählerstimmen kaum herauskamen, gab es bei der FDP und den Christdemokraten lange Gesichter. „Wir haben zwar um acht Prozent Wählerstimmen zulegen können, aber das Ergebnis ist ernüchternd“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Christopher Radon. Ob nun die Fusionsdebatte oder Wählerwanderung von den nicht zur Wahl angetretenen Grünen zur SPD die Ursache sein könnte, lässt er offen.

„Wir sind gespannt, was die SPD nun macht, denn sie hat ja ihren Wählern versprochen, die Fusion zu verhindern. Wir hoffen, dass die SPD um ihre Verantwortung weiß, die sie nun im Rat trägt. Wir werden jedenfalls unsere Oppositionsrolle bewusst und stark wahrnehmen“, machte Christopher Radon deutlich. Im Rat könne jeder CDU-Politiker zum Thema Fusion frei entscheiden. „Es wird keinen Fraktionszwang geben.“

Mehr als zehn Prozent-Wählerstimmenverluste mussten die Liberalen verkraften. Sie sind nur noch mit Gunnar Werner und Bernd Michaelsen über die Liste im Rat vertreten. „Die Wahltaktik der SPD ist aufgegangen. Nun muss die SPD liefern. Wir sind gespannt, wie sie die Fusion verhindern will. Die Erwartungshaltung ihrer Wählerschaft ist ja nun da“, so die FDP-Vorsitzende Sabine Werner.

Die Sozialdemokraten genießen ihren Erfolg, den sie in dieser Deutlichkeit nicht erwartet hatten und der für sie ein Zeichen ist, dass die Tornescher die Fusion mit Uetersen nicht wollen. „Natürlich sollen die Bürger am 22. September entscheiden. Aber wir werden mit unseren Stimmen im Rat den Fusionsbegleitbeschluss in unserem Sinne formulieren und deutlich machen, dass wir für die Tornescher Bürger keinen Vorteil bei einer Fusion sehen“, so Fraktionsvorsitzende Verena Fischer-Neumann. Die neue Ratsversammlung tagt am 18. Juni. Dann wird der Fusionsbegleitbeschluss gefasst sowie über die Vorsitze der Ausschüsse und das Amt des Bürgervorstehers, das nun wieder an die SPD fallen dürfte, entschieden.

Dem Rat werden zwölf SPD-Politiker (elf über Direktwahl und Manfred Mörker über seinen Listenplatz), neun CDU-Politiker (Howe Heitmann über die Direktwahl im Wahlkreis 10, die anderen acht über die Liste) und zwei FDP-Politiker angehören.

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