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Filmpremiere : Sowjetische Zentrale im Ratssaal

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Rund um das Burg-Kino war es gleich zu erkennen: Hier ist heute Abend etwas los. Und das war der inoffizielle Premierenabend von Gerrit Gronaus neuestem Film „Kalter Frühling“, zu dem er Freund und Mitarbeiter Leif Kähler alle 30 Darsteller, ehemalige Schulkollegen der Ludwig-Meyn-Schule (LMG), an der er im Frühjahr erfolgreich sein Abitur baute, sowie alle diejenigen eingeladen hatte, die ihm für die Herstellung seines jüngsten Werkes Tür und Tor öffneten.

Gerrit Gronau, ausgesprochen an Geschichte interessiert, hat in seinem Drehbuch eine „Was wäre wenn. . .“ Frage gestellt und beantwortet. Was wäre passiert, wenn der Putsch gegen Gorbatschow in der damaligen Sowjetunion 1990 gelungen wäre? Eine Wiedervereinigung hätte es nicht gegeben, meint Gerrit Gronau, geboren im Jahre 1991, er kennt diese Zeit also nur aus Erzählungen. Und so entwirft er auf der großen Kinoleinwand die Weiterentwicklung des kalten Krieges zwischen Ost und West, der sich sogar bis hin zu einem Atomkrieg ausweitet. Ob diese Fiktion möglich gewesen wäre, bezweifeln natürlich viele Zeitzeugen, aber der 20-Jährige schildert in seiner Geschichte und mit seinen Darstellern glaubhaft ein Szenario, das sich in Berlin, Bonn und in der ehemaligen DDR abspielt und sich dramatisch entwickelt.

Geschickt hat sich Gronau dafür Drehorte in Uetersen und Umgebung ausgesucht: „Ich habe hier so viele Plätze gefunden, die aussehen wie ehemals in der DDR.“ Ein zweischneidiges Kompliment für Uetersen. Bürgermeisterin Andrea Hansen beispielsweise schnackte er den Ratssaal als idealen Drehort für die sowjetische Kommandatur ab, „ein paar rote Fahnen mit Hammer und Sichel aufhängen – und schon sah es aus wie bei Honecker im Zentralkomitee“.

An der Sonnenseite des Herrenhauses in Langes Tannen treffen amerikanische Diplomaten weltweit wichtige Entscheidungen und die berühmte rot-weiß gescheckte liebenswürdige Museums-Katze spielt eine eindrucksvolle Statisten-Rolle. Am Rande des Tävsmoores am Heistmer Flughafen die ersten gruseligen Kämpfe ohne sichtbare Sieger und der Anfang vom Ende eines Krieges, bei dem keiner gewinnt.

Damit nicht alle verheult aus dem Kino gehen, zeigt Gronau nach dem Ende des Films eine kleine Pleiten, Pech und Pannen-Schau von den monatelangen Dreharbeiten und das Publikum amüsiert sich königlich.

„Als nächstes werde ich einen fröhlicheren Film drehen“ verspricht Gerrit Gronau, der auf keinen Fall nur seiner Geschichts-Leidenschaft filmisch frönen möchte und zum jugendlichen Guido Knopp mutiert. Ein Krimi mit intelligenten Comedy-Effekten könne es sein. Der Film „Kalter Frühling“ ist am Sonntag, 20. November, in einer Matinee von 11 Uhr an im Burg-Kino zu sehen. Der Eintritt zu dem Film beträgt fünf Euro.

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erstellt am 17.Nov.2011 | 21:13 Uhr

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