zur Navigation springen

Kultur in der Priörinnenscheune : So wertvoll war der Uetersener Klosterschatz

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Am Tage des Offenen Denkmals, das ist der kommende Sonntag, lädt die Arbeitsgruppe „Klostertage Uetersen“ um 17 Uhr zu ihrem diesjährigen „Archivtag“ ein. Dieser Begriff beschreibt eine durch Wort und Bild geführte spannende Reise in die Vergangenheit des Uetersener Klosters.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2015 | 21:28 Uhr

Diesmal geht es zunächst in das Jahr 1787 zurück, als der sogenannte Klosterschatz verkauft wurde. Die einzelnen Stücke desselben sind bekannt, wurden sie doch in der nachreformatorischen Zeit immer dann aufgelistet, wenn die Dinge aus Gold, Silber, Kristall, Perlen und Elfenbein wegen einer Kriegsgefahr in Sicherheit gebracht werden mussten. Auf diese Weise blieben die Kleinodien erhalten – bis zum Jahre 1787.

Damals verkauft, lassen sich viele der Kostbarkeiten, die das Kloster einst besaß, dennoch im Bilde vorstellen. Durch die Mitgliedschaft in der Vereinigung „Evangelische Zisterzienser-Erben“, ist Elsa Plath, Vorsitzende der Arbeitsgruppe im SHHB-Ortsverein „Ueterst End“, mit noch bestehenden Zisterzienser-Abteien in Deutschland vernetzt und erhielt von dort Bildmaterial für den Vortrag.

Kostbare Heiligenfiguren aus massivem Silber hat das Kloster einst besessen, gestiftet vielleicht von wohlhabenden Hamburger Kaufleuten, die ihre Töchter nach Uetersen gaben. Solche Kostbarkeiten zeigen, welch hohes Ansehen das Kloster Uetersen einst genossen hatte. Der zum Schatz gehörende aus massivem Gold in Hamburg gefertigte Abendmahlskelch samt Hostienteller, dem Kloster gestiftet im Jahre 1504, nimmt im europäischen Raum eine Sonderstellung ein. 1787 nicht verkauft, befindet er sich heute im Landesmuseum Schloss Gottorf.

Der zweite Teil des Vortrages wendet sich den im Archiv verwahrten Testamenten zu, und man erfährt davon, in welcher Weise eine Uetersener Stiftsdame am 19. Mai 1813 ihr Uetersener Patenkind bedachte und welche Folgen die von Frau Priörin Margaretha von Ahlefeldt am 22. August 1681 getroffene Verfügung hinsichtlich ihres Begräbnisses Jahrzehnte später zeitigte und zu einer mehr oder weniger abenteuerlichen Geschichte geriet: „Auf den Spuren eines mittelalterlichen Klosters“ lautete eines der Themen der Projektwoche am Ludwig-Meyn-Gymnasium im Jahre 1986, und eine Grabung an der einstigen Klostermauer ortete exakt die Stelle, auf der sich das im Jahre 1813 geräumte Mausoleum innerhalb der Krypta der alten Klosterkirche befunden hatte. Wovon es zu erzählen und Bilder zu zeigen gibt. Der junge Uetersener Pianist Philipp Reimers, Schüler des Ludwig-Meyn-Gymnasiums, wird auf dem historischen Blüthner-Flügel zum Gelingen des Nachmittags beitragen.

Der Vortrag beginnt um 17 Uhr, der Eintritt beträgt zehn Euro. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe freuen sich über ein volles Haus. Ort des Vortrages ist die auf Klostergrund gelegene Priörinnenscheune, die unlängst renoviert wurde und jetzt auch über Sanitärräume verfügt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert