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Parkraumbewirtschaftung : So unfreundlich ist man in Wedel zu den Kunden

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wedel braucht Geld! Die Stadt wurde in jüngster Vergangenheit von Steuerausfällen gebeutelt und ist daher gezwungen, die Einnahmemöglichkeiten auszubauen. Die Einführung der so genannte Parkraumbewirtschaftung ist ein beliebtes Mittel der Kommunalpolitiker, um den „Roten Zahlen“ aus dem Weg zu gehen. Von Autofahrern gerne aufgesuchte Parkplätze werden mit Parkscheinautomaten „bepflastert“. In Wedel ist nun die Innenstadt davon betroffen. Ab dem 25. August wird dort das Parken teuer.

Vor dem Einkaufen muss der Kunde erst einmal für das Abstellen seines Wagens bezahlen. Erst danach darf er Shoppen gehen. Die betroffenen Kaufleute befürchten, dass er das alles andere als entspannt tun wird. Für sie ist das Ganze nach wie vor ein unfreundlicher Akt der Ratsversammlung, die den Beschluss im Dezember 2013 fasste. Und: In Wedel hat König Kunde Alternativen. „Am Ende“ der Rissener Straße, unmittelbar vor der Grenze zur Hansestadt, gibt es ein großes ShoppingCenter mit dem Warenhaus Famila als Versorger. Dort freut man sich bereits auf die Umsetzung der Initiative der Wedeler Politiker, hofft auf zusätzliche Frequenzen. Denn nach wie vor ist an der Rissener Straße das Parken kostenlos.

Wie geht es jetzt weiter in Wedel, wie wird der Beschluss umgesetzt? Ab dem 18. August erfolgt die Lieferung, Montage und Installation der 16 Parkscheinautomaten sowie die Aufstellung der veränderten Beschilderung.

Die Bahnhofstraße und Teilbereiche der Straßen Beim Hoophof, Feldstraße und Spitzerdorfstraße werden dann als „Parkraumbewirtschaftungszone“ ausgewiesen. Zudem müssen Parkscheine für die Parkplätze an der Gorch-Fock-Straße, am Schulauer Marktplatz, Bei der Doppeleiche und die oberirdischen Parkflächen am ZOB gezogen werden. Diese Plätze werden separat beschildert.

Eine gute Nachricht bei dem Frust, der sich in Wedel breit macht: Für die Parkflächen entlang der Bahnhofstraße wird die „Brötchentaste“ eingeführt.

Dort darf dann 15 Minuten gebührenfrei geparkt werden. Die Höchstparkdauer an Wedels „Einkaufsmeile“, der Bahnhofstraße, beträgt zwei Stunden. Dafür müssen zwei Euro bezahlt werden. Los geht es dort mit 50 Eurocent. Für Inhaber des blauen Parkausweises und für Personen mit einer Parkerleichterung (gelber oder oranger Ausweis) ist das Parken gebührenfrei.

Für den Fall, dass ein Parkscheinautomat nicht funktionsfähig ist, gilt folgende Regel: Es ist die Parkscheibe zu verwenden, und es darf nur bis zur angegebenen Höchstparkdauer geparkt werden.

Jan Lüchau, Vorsitzender der Innenstadtkaufleute, sagte gestern gegenüber den Uetersener Nachrichten: „Es ist ungewiss, wie der Kunde reagiert. Wir sind skeptisch. Wir versuchen mit einer Rückvergütung, den Kunden weiterhin zu bewegen, zu uns zu kommen.“ An dieser Aktion der Kaufmannschaft beteiligen sich derzeit 25 Geschäftsinhaber. Vor dem Hintergrund der Wedeler Rats-Initiative erscheint Uetersen einmal mehr als ein Leuchtturm innerhalb der Region. Denn dort hat der Rat der Stadt alle Ideen auf Einführung einer Parkraumbewirtschaftung bislang konsequent abgewehrt.

In der Rosenstadt denkt man clever: Der Kunde soll sich wohl fühlen und unbeschwert seinen Einkäufen nachgehen können. Dort verweist man auch gerne auf die rund 1000 kostenlosen citynahen Parkplätze, 4400 davon in der Parkpalette „An der Klosterkoppel“.

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erstellt am 07.Aug.2014 | 20:07 Uhr

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