zur Navigation springen

Präsentation des zweiten Findbuches des Klosterarchivs : So macht Geschichtsunterricht Spaß

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nicht weniger als 80 Zuschauer erlebten am Sonnabend, wie trockene Archivarbeit frisch-lebendig präsentiert werden kann. Elsa Plath und ihre Getreuen der Archivgruppe „Klostertage“ und weiter ehrenamtlich Tätige, die immer wieder aktiv werden, wenn es gilt, die Klostergeschichte transparent werden zu lassen, sorgten mit einer literarisch-musikalischen Reise dafür, dass acht Jahrhunderte klösterlichen Lebens zum einen wie im Fluge vergingen, zum anderen aber auch kurzweilig nahe gebracht werden konnten.

In der Priörinnenscheune hatte sich die große Schar Geschichtsinteressierter versammelt, um zunächst Isabel Schubert zu lauschen. Die angehende Musikwissenschaftlerin hat sich mit dem Klosterarchiv während der vergangenen Monate sehr intensiv befasst und zudem geholfen, das zweite Findbuch entstehen zu lassen. Dieser Registerband wurde am Sonnabend vorgestellt. Sie sei, sagte die Studentin, von der Arbeit, die sie im Archiv erleben durfte, begeistert gewesen. Das klösterliche Archiv mit Dokumenten der vergangenen Jahrhunderte befindet sich im Keller des Probstenhauses. Der Bestand, so Isabel Schubert, könne zwei großen Abteilungen zugeordnet werden. Zum einen der Sparte „Kloster als Obrigkeit für den Ort Uetersen“, zum anderen dem Schriftenkanon, der sich den Klosterinterna widmet.

Bei den beiden Findbüchern, die die ehrenamtlichen Helfer während ihrer jahrelangen Arbeit vor Ort neu zusammengestellt haben, handelt es sich um Register der einzelnen Vorfälle, die nun in säurefreien Kartons auf Regalen und in einem Schrank des Archivs lagern.

Sichten, ordnen und archivieren – das Ausmaß der Fleißarbeit kann nur erahnen, wer sich bereits einmal im Archiv aufgehalten hat und dort auf Entdeckungssuche gegangen ist. Der Nachmittag in der Priörinnenscheune streifte während der gut zweistündigen Veranstaltungen unter anderem die Epoche, in der das Kloster zu einem Damenstift wurde (16. Jahrhundert), das Zeitalter der Kriege (17. Jahrhundert), die einhundertjährige Friedenszeit im 18. Jahrhundert und die klösterliche Buchführung, welche im 19. Jahrhundert stark ausgeprägt war.

Ein weiteres Kapitel widmete die Gruppe um Veronika Haker, Käthi Munzke, Isabel Schubert, Christina Schubert und Elsa Plath „Tante Piesche“, die als junge Konventualin vorgestellt wurde. Nun war man im 20. Jahrhundert angekommen, das mit der Taufe neuer Rosensorten, durchgeführt erst vor einigen Jahren, endete. Im Anschluss an die Ausführungen, Gesänge und Musikstücke hatten die Besucher Gelegenheit, einzelne Vorfälle der Klostergeschichte lesend nachzuvollziehen. Denn mehrere Schriftstücke aus längst vergangener Zeit waren aus dem Archiv geholt worden. Sie konnten so von jedem in Augenschein genommen werden. Wer sie berühren wollte, musste Stoffhandschuhe anziehen.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Aug.2012 | 20:48 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert