Umweltpolitik : So kommen Schulen ans Geld

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Das Projekt „fifty/fifty“ ist ein Konzept, das es in Hamburg bereits seit 1994 gibt. Auf den Punkt gebracht bedeutet es, dass Schulen und Kindergärten, sparen sie gegenüber dem Vorjahr Energie ein, 50 Prozent des so gesparten Geldes behalten dürfen. Natürlich steckt hinter der Idee auch ein pädagogischer Gedanke. Soll fifty/fifty Schüler und sogar Kindergartenkinder doch zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Energie, Wasser und Abfall anleiten.

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21. November 2012, 20:32 Uhr

Wer Energie spart, hilft, die CO2-Emission zu senken. Denn das schädliche Gas entsteht, wenn fossilie Energieträger wie Kohle verbrannt werden, um Strom zu gewinnen. Nicht zuletzt hilft „fifty/fifty“ der Stadt, Gelder zu sparen und trägt so zur Haushaltskonsolidierung bei.

Dieser Umstand war es auch, der Uetersen trotz Zwang zur Haushaltskonsolidierung und vor dem Hintergrund des „kommunalen Rettungsschirmes“ in die Lage versetzt hat, das Programm nun auch in Uetersen zu starten.

Grundlage dafür ist der Beschluss des Umwelt- und Kleingartenausschusses vom 14. Februar dieses Jahres, der vom Hauptausschuss am 5. Juni bestätigt wurde. Der mit Stimmen von SPD, BfB und FDP angenommene Beschluss lautet: Im Rahmen des Energieeinsparungskonzeptes „fifty/fifty“ wird die Hälfte der durch eine Optimierung des Nutzerverhaltens entstandenen Energieeinsparungen, abgerechnet nach den Durchschnittspreisen, den Uetersener Schulen zur Verfügung gestellt.

Die CDU-Fraktion stimmte damals mit „Nein“, weil es ihrer Ansiucht nach eine Selbstverständlichkeit sein sollte, Energie einzusparen. Außerdem könne man angesichts der Haushaltslage kein Geld verschenken.

Fakt ist aber auch, dass die Idee der „Agenda 21“ lokales Handeln erfordert, um den globalen Aufgaben des Klimaschutzes gerecht zu werden. Die Agenda 21 ist das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, also ein Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung, beschlossen von 172 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro vor nunmehr bereits 20 Jahren. In Uetersen kümmert sich die „Lokale Agendagruppe 21“ um die Umsetzung der Beschlüsse.

Bei „fifty/fifty“ geht es darum, in den Köpfen die Bereitschaft zur Veränderung zu erzeugen. Das richtige Lüften will genauso gelernt sein wie die Pflicht, das Licht auszuschalten, sobald man den Raum verlassen hat.

Das Projekt in Uetersen beginnt rückwirkend mit dem 1. Januar 2012. Im ersten Jahr wird das Jahr 2011 als Vergleichszeitraum genommen. Absicht des Umweltausschussvorsitznden Dieter Schipler (SPD) ist es dann, Referenzjahre als Basis zukünftiger Abrechnungen mit den Schulen zu bilden. So wird es auch in Hamburg gemacht. Abgezogen werden von diesem Durchschnittswert lediglich der Wirkungsgrad baulicher Veränderungen, die technisch zur Energieeinsparung führen.

In Uetersen beteiligen sich das Ludwig-Meyn-Gymnasium, die Rosenstadtschule, die Friedrich-Ebert-Schule, das Förderzentrum Wilhelm-Busch-Schule und die Birkenalleeschule an „fifty/fifty“.

Bei der Abrechnung werden der Stadt Experten der Hamburger Schulbehörde zur Seite stehen.

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