zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 04:30 Uhr

Ehrenamt : So geht Mitmenschlichkeit

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seit einem Jahr kümmert sich das Team der offenen Praxis „Sozius“ um Menschen, um die sich sonst keiner mehr sorgt! Die Ärzte, Arzthelferinnen und Krankenschwestern aus dem gesamten Kreis Pinneberg untersuchen und behandeln im Elmshorner Haus der Begegnung am Hainholzer Damm 11 jeden Montag von 18 bis 19 Uhr Menschen ohne Krankenversicherung, auf Wunsch auch anonym, und verdienen damit keinen einzigen Cent. Hinter ihnen steht der Verein „RegioMobil – Regionale medizinische Hilfe in Notlagen im Kreis Pinneberg“.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2015 | 21:29 Uhr

Denn es gibt sie noch und aktuell gerade wieder vermehrt: Männer, Frauen und Kinder, die ohne Versicherungsschutz sind, nicht registrierte Ausländer und diejenigen, die sich nicht zu einem Arzt trauen, weil sie dessen Rechnung nicht bezahlen können. Vor allem viele Menschen, die in die Scheinselbstständigkeit entlassen wurden, mit den erzielten minimalen Gewinnen in ein dickes Minus und schließlich in die Insolvenz rutschten.

„Der typische Patient ist ein Selbstständiger, der unverschuldet zum Beispiel durch Krankheit kein Einkommen erzielen, die Beiträge nicht mehr zahlen konnte und deshalb den Versicherungsschutz verlor. Hier bemüht sich die Praxis ‘Sozius’ um erneute Eingliederung in das Versicherungssystem “, so der Vorsitzende des Vereins, Ulrich Grobe. Zwei bis drei Patienten kommen pro Sprechstunde, das hört sich wenig an, aber oft schon ging es um Leben oder Tod. „Da geht es um alles Mögliche“, berichtet Arzthelferin Ilka Schulz-Härter. „Es reicht von grippalen Infekten über Entzündungen, teilweise sehr ernster Art, bis zu Nierensteinen, offener Tuberkulose, ausgefallenem Herzschrittmacher, Tumoren und Schwangerschaften.“

Schwere Fälle, die eine instrumentelle Untersuchung oder Behandlung brauchen, werden zu Kollegen weitergeschickt, die sich bereit erklärt haben, kostenfrei oder zu einem reduzierten Betrag an dem Fall weiterzuarbeiten. „Der Verein ist allein auf Spenden angewiesen, hier sammelt mal eine Gymnastikgruppe unter seinen Mitgliedern für den guten Zweck, dort lässt sich ein Jubilar, der eigentlich schon alles hat, zum runden Geburtstag Spenden schenken“, sagte Kassenwart Christian Kähler, der darauf hofft, dass diese guten Beispiele Schule machen.

Und neue Kollegen, die bereit sind, ehrenamtlich alle paar Wochen eine Stunde lang die Praxis zu übernehmen, wünschen sich Arzthelferin Ilka Schulz-Härter, die Krankenschwestern Barbara Reisemann, Marianne Frederiksen, Christine Hamidi, die Ärzte Dr. Marc Dupas, Dr. Barbara Knörer, Dr. Mirko Magens, Andreas Runge, Dr. Ernst Thies und Dr. Peter Jahn sowie der Vorsitzende Ulrich Grobe, Vorstandsmitglied Dirk Kehrhahn und Kassenwart Christian Kähler.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert