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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 15:59 Uhr

Treffen : So geht alles unter einen Hut

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Es hat mir meistens Spaß gemacht“ beschreibt Dr. Brigitte Fronzek ihre nun fast 18 Jahre als Bürgermeisterin der Stadt Elmshorn. In einer Veranstaltung des Netzwerkes „Business and Professional Woman“ (BPW) im Industriemuseum präsentierte sich die erste Frau der Verwaltung so, wie sie nun einmal ist: unaffektiert, natürlich, ohne „dämliche“ Geziertheiten.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 21:12 Uhr

Die Sozialdemokratin, bei der nahezu immer Menschlichkeit vor Parteigehorsam stand und die auch schon mal den dicht geschlossenen Reihen der Genossen entflutschte, wenn ihr der Sinn danach stand, gab den Frauen preis, wie sie Familie und durchaus mit unüblichen Arbeitszeiten bepackte Berufstätigkeit unter einen Hut verfrachtet hat. Jetzt, gegen das freiwillige Ende ihrer Amtszeit – sie räumt zum 1. Januar 2014 ihr Bürgermeisterinnenbüro – zieht die promovierte Juristin ganz selbstbewusst Bilanz, benutzt natürlich klug den Satz „0b ich eine gute Bürgermeisterin war, müssen andere beurteilen“. Aber die Vielfältigkeit der Aufgaben im Amt sei es gewesen, die den Reiz ausmachte, einmal die Unterschiedlichkeit der Themen bei der Personalführung der rund 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die verschiedenen Anliegen der Menschen, die sie persönlich sprechen wollten. Die Männer, die als Investoren auftraten und mit viel Geld und gewieften Anwälten winkten, die Hartz-IV-Empfängerinnen, die mit existenziellen Problemen an sie herantraten.

Ein schlechtes Gewissen gegenüber ihren Kindern als schwer berufstätige Frau habe sie nie gehabt, höchstens einen „dicken Hals“ gegenüber den Leuten, die ihr das schlechte Gewissen einreden wollten.

Ungeheures Glück habe sie dadurch gehabt, dass beide Großelternpaare in der Kinderbetreuung gerne einsprangen und selbst wenn die mal keine Zeit hatten, waren die Geschwister zur Stelle.

Beste Bestätigung im Nachhinein urteilten der Sohn und die Tochter über ihre Jugend mit berufstätigen Eltern: „Wir fanden das alles toll.“ Und Brigitte Fronzek hat die Zeit, die sie mit den Kindern hatte, immer genossen. Obwohl es nicht immer einfach war, die Zeit der Pubertät, mal hier, mal da Probleme. Wenn es brannte, war sie da, da wurde sogar mal kurzerhand die Teilnahme an einer Sitzung abgesagt. „Aber“, so sagt sie heute, eine Empfehlung könne sie nicht mit auf den Weg geben. „Es gibt keinen Königsweg“. Kein Mensch würde alles richtig machen. Sie auch nicht, nicht als Bürgermeisterin, nicht als Mutter. „Allerdings brauchte ich mich auch nicht „durchbeißen“, nicht als Bürgermeisterin, nicht als Mutter, ich fühlte mich immer ernst genommen“ erzählt sie. Sie habe eine Menge von dem geschafft, was sie schaffen wollte: Mehr und qualitativ bessere Schulen, mehr Kinderbetreuung, Chancengleichheit für alle Kinder wahren – Dinge, an denen ihr von Anfang an viel gelegen habe. Jetzt die Hafenspange. Die Umgestaltung des Bahnhofs, da hätte sie gerne noch weiter mitgemischt. Für das neue Jahr habe sie sich ganz andere Prioritäten gesetzt: Seit einem Jahr ist sie Großmutter. Das will sie leben. Und an Veranstaltungen teilhaben, die sie wirklich interessieren.

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