ExpertenTipps : Silvester feiern – aber sicher

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Seit zwei Tagen ist der Verkauf von Silvesterfeuerwerk erlaubt, und von Zeit zu Zeit hört man es schon krachen. Damit die Silvesterfeier nicht im Krankenhaus endet, geben Experten von Feuerwehr, Polizei und den RegioKliniken Sicherheitstipps.

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30. Dezember 2014, 21:29 Uhr

Der Chefarzt der Klinik für Hand-, Fuß- und Mikrochirurgie der Regio Klinik, Dr. Marc Philipp Muhl, und der Leiter der Zentralen Notaufnahmen, Sven Hartmann, haben im Laufe ihres Berufslebens schon viele Verletzungen gesehen, die durch Silvesterfeuerwerk entstanden sind. Sie warnen dringend vor dem unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern. Denn jedes Jahr müssen die Teams in den drei Notaufnahmen der Regio Klinik in Elmshorn, Pinneberg und Wedel in der Silvesternacht erneut Menschen mit typischen Feuerwerksverletzungen behandeln. Dazu gehören schwere Verbrennungen, abgerissene Finger und verstümmelte Hände. „Niemand sollte die Sprengkraft von Knallkörpern unterschätzen. Böller sind Sprengstoff und ihre Wirkung kann daher entsprechend verheerend sein, wenn sie in der Hand explodieren“, warnte Dr. Muhl.

„Auch Feuerwerk der Klasse I kann schwere Verletzungen verursachen“, ergänzte Hartmann. „Vor allem die Kleidung kann sich an dem Tischfeuerwerk, an Wunderkerzen und Leuchtfeuern entzünden“, so der examinierte Krankenpfleger und erfahrene Rettungsassistent.

„Jedes Jahr kommt es an Silvester zu Bränden und zu Unfällen mit Verletzungen“, warnt auch der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg (KFV). „Um die Freude am Silvesterfeuerwerk nicht zu trüben, sollten einige Sicherheitsregeln beachtet werden“, ergänzte ein Polizeisprecher.

Die Gründe für Verletzungen und Brände sind fast immer leichtsinniges und unsachgemäßes Hantieren mit den Feuerwerkskörpern. Hier einige Tipps der Sicherheitsexperten: Feuerwerkskörper und Raketen gehören nicht in die Hände von Kindern. Nur gemeinsam mit Erwachsenen dürfen Feuerwerksartikel gezündet werden. Raketen, Böller und Fontänen sind nur im Freien zu verwenden. Ganz wichtig ist es, die Gebrauchsanleitung zu beachten und genügend Abstand zu Menschen, Tieren, sowie Häusern, Mülltonnen und Autos zu halten. Bei Reetdächern ist besondere Vorsicht und großer Abstand geboten. Außerdem müssen regionale Feuerwerksverbote der Ordnungsbehörden beachtet werden. Käufer sollten unbedingt auf das „BAM"-Prüfzeichen (BAM - Bundesanstalt für Materialprüfung) achten. Nur gekennzeichnetes Feuerwerk ist zugelassen. Sicherheit schafft es, einen Eimer mit Löschwasser in der Nähe zu haben. Eine mit Wasser gefüllte Getränkeflasche oder ein Eimer mit Sand sind eine gute Startrampe für Raketen. Blindgänger dürfen auf keinen Fall ein zweites Mal gezündet werden.

Sollte trotz aller Vorsicht etwas passieren, erreichen Sie die Rettungskräfte unter 112.

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