Sozialwohnungen am Alten Sportplatz : Sie werden Bauklötze staunen

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Die gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft Pinnau plant die Neubebauung des „Alten Sportplatzes“ (wir berichteten bereits). Für dieses Vorhaben existiert ein gültiger Bebauungsplan, in dem unter anderem die Anzahl der Geschosse festgelegt wird. Nun hat die „Pinnau“ beantragt, den B-Plan zu ändern. Mit diesem Änderungswunsch hat sich am Donnerstagabend der Ausschuss für Bau-, Umwelt- und Verkehrswesen befasst.

shz.de von
30. Januar 2015, 20:34 Uhr

Beantragt wurde, einen Baukörper außerhalb des gültigen B-Planes errichten zu dürfen. Zudem möchte die „Pinnau“ die Gebäudehöhe für vier Mehrfamilienhäuser um ein Vollgeschoss heraufsetzen, so dass dann vier Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss entstehen. So wie es bereits bei dem Gebäude an der Schanzenstraße/Ecke Paul-Mischke-Allee der Fall ist.

Die „Pinnau“ wird im Volksmund oft als das „gute Gewissen“ von Uetersen bezeichnet, weil sich die Genossenschaft dem sozialen Wohnungsbau verpflichtet hat. Die Verwaltung hat dargestellt, dass sie dem Vorhaben, den Wohnungsbestand nach und nach zu erneuern, grundsätzlich positiv gegenüber steht. Jedoch könne das Konzept städtebaulich nicht überzeugen, weil nur Alt gegen Neu ausgetauscht werde mit punktweiser Erhöhung von Gebäudestrukturen und einer gemäßigten Verdichtung. Der städtebauliche Grundsatz bei einer Modernisierungsplanung liege darin, das Konzept der neuen Gebäude so in das Plangebiet einzufügen, dass die umliegenden Strukturen nicht beeinträchtigt werden. Seitens der Verwaltung bat man die „Pinnau“ daher um ein Massenmodell (die Kosten dafür liegen nach Angaben der Geschäftsführung zwischen 5000 und 10000 Euro). Nach Ansicht der Verwaltung fügen sich fünfstöckige Gebäude nicht in die Umgebung ein. Gleiches gelte für das Heranrücken des Wohngebäudes im westlichen Planbereich. Die enge benachbarte Lage von Spielplatz und Wohnbebauung sei nicht optimal. Auch sie widersprächen städtebaulichen Grundsätzen.

Die Verwaltung hat dennoch empfohlen, dem Aufstellungsbeschluss für die 1. Änderung des Bebauungsplanes Nummer 82 zu fassen, jedoch unter der Voraussetzung, dass vor dem Entwurfsbeschluss noch detaillierte Unterlagen oder ein Massenmodell vorgelegt werden, damit zu beurteilen ist, ob die geplanten Änderungen in das Stadtbild integriert werden können.

Das Massenmodell fanden insbesondere die Ausschussmitglieder von CDU und BfB hilfreich. Die SPD könne darauf verzichten, so Fraktionschef Ingo Struve. Man habe ja täglich Gelegenheit, sich den Baukörper an der Schanzenstraße anzuschauen und wisse somit auch, wie hoch auch die anderen Gebäude werden sollen. Manfred Kiewald vom Vorstand der „Pinnau“ argumentierte während der Sitzung, dass der Alte Sportplatz 1,50 bis 1,80 Meter tiefer liege als die Umgebung. Insofern wirke ein Gebäude vier plus eins (vier Vollgeschosse plus ein Staffelgeschoss) wesentlich gedrungener als angenommen.

Es half nichts. CDU und BfB hielten am Massenmodell fest. Nach einer Auszeit sagte Björn Schreiber (CDU), dass die „Pinnau“ das Massenmodell ja auch mit Bauklötzchen fertigen könne. Das koste kein Geld. Man wolle nur die Höhenunterschiede erkennen. Schließlich wurde einstimmig beschlossen: Der Bebauungsplan Nr. 82 für das Gebiet: „Am Alten Sportplatz“ soll grundsätzlich entsprechend einem noch vorzulegenden Modernisierungskonzept geändert werden. Das Konzept ist möglichst mit einem Massenmodell oder Visualisierungen vor der Fassung des Entwurfsbeschlusses dem Ausschuss für Bau-, Umwelt- und Verkehrswesen vorzustellen.

Der Aufstellungsbeschluss ist ortsüblich bekannt zu machen. Mit der Ausarbeitung des Planentwurfes soll ein qualifiziertes Planungsbüro beauftragt werden. Die Kosten der Bauleitplanung übernimmt die Pinnau-Baugenossenschaft. Die Änderung des Bebauungsplanes Nr. 82 kann im vereinfachten Verfahren nach § 13a BauGB durchgeführt werden. Von der frühzeitigen Unterrichtung und der Erörterung kann daher nach § 13 Abs. 2 Nr. 1 BauGB abgesehen werden.

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