Neujahrsempfang : Sie sind unverzichtbar für ihr Dorf

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Dieses Thema bewegt: Politiker aller Parteien haben gestern während des Hetlinger Neujahrsempfangs dazu aufgerufen, die für Schleswig-Holstein angekündigten Flüchtlinge mit offenen Armen und ohne Vorurteile zu empfangen. Vor fast 150 Gästen, darunter Spitzenvertreter aus Politik und Verwaltung, lobten gleichzeitig die Pläne der Gemeinde, zwei zugewanderten Familien eine Heimat zu geben.

shz.de von
25. Januar 2015, 18:58 Uhr

Bürgermeisterin Monika Riekhof rief in ihrer Rede dazu auf, zusammen neue Wege zu gehen: „Ich bitte Sie alle persönlich um ein bisschen Zeit, um sich Ihrer Möglichkeiten entsprechend einzubringen“, sagte sie. Derzeit prüft die Gemeinde die Angebote von Wohnungsbesitzern, um eine angemessene Unterkunft für die Bürgerkriegsflüchtlinge zu finden.

Landrat Oliver Stolz, der in seinem Grußwort die Entwicklung der Gemeinde Hetlingen würdigte, rief dazu auf, alles zu tun, damit „diese Menschen hier gut ankommen“. „Heißen Sie sie willkommen, und Sie werden diese Freundlichkeit 100-fach zurückbekommen“, sagte er.

Riekhof hatte zu Beginn ihrer Rede das Engagement der Bürger für ihre Gemeinde gelobt und dabei vor allem den im vergangenen Jahr neu gegründeten Jugendbeirat hervorgehoben. „Hier haben sich junge Menschen auf den Weg gemacht, das Leben in der Gemeinde mit zu gestalten“, sagte sie. Und sie hätten in den vergangenen Monaten bereits viel geleistet.

Ausdrücklich erwähnte sie auch die Gruppe der „Notnogels“, deren Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht haben, Hetlingern in einer Notlage schnell und unbürokratisch zu helfen. Auf diesem Team, deren Arbeit Wanda Koskowski im Laufe der Veranstaltung vorstellte, ruhen viele Hoffnungen, wenn es um die demnächst auf die Hetlinger zukommende Betreuung der Flüchtlinge geht.

„Ehrenamtliches Engagement macht uns stark und unsere Gemeinde lebendig“, sagte Monika Riekhof. Wie ihre Vorgänger nutzte sie deshalb die Öffentlichkeit, zwei besonders aktive Bürger zu ehren. Heimatforscher Jonny Wrage arbeitet seit Jahren die Geschichte der Gemeinde auf und transkribierte auch die erste, inzwischen mehr als 70 Jahre alte Chronik Hetlingens aus der alten deutschen Handschrift Sütterlin. Zweite im Bunde ist Änne Marckmann, die seit vielen Jahren zu Weihnachten Pakete für bedürftige Kinder packt. 100 sind es jedes Mal mindestens. In den Inhalt investiert die Hetlinger Seniorin jeweils insgesamt etwa 2000 Euro aus eigener Tasche.

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