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Sprachmittler-Projekt : Sie sichern Kommunikation

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Um Sprachbarrieren in der Kommunikation zwischen Schule und den Familien junger Flüchtlinge überwinden zu können, läuft seit den Herbstferien in Pinneberg ein kreisweit bislang einzigartiges Sprachmittler-Projekt, das alle Bestandteile für eine Erfolgsgeschichte aufweist. Eine erste Bilanz fällt denn auch positiv aus.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2016 | 19:54 Uhr

Sie sprechen Arabisch, Farsi, Persisch, Türkisch oder Kurmandschi, aber selten Englisch und zumindest zu Anfang meistens kein Deutsch: Die Verständigung mit den neu in Deutschland ankommenden Schutzsuchenden ist oft schwierig bis unmöglich. Dabei geht es häufig genug um sensible Themen, vor allem, wenn Bildungslaufbahn, Traumata oder Defizite in der Persönichkeit zur Sprache kommen. Ohne eine reibungslose Verständigung geht da nichts.

Das stellt insbesondere die Schulen vor große Herausforderungen, die auf den direkten Draht zu den Familien der jungen Flüchtlinge angewiesen sind. Die zehn Pinneberger Schulen gehen seit Herbst einen neuen, sehr erfolgversprechenden Weg und bedienen sich dabei unter anderem der Elmshorner „Brücke“. Der Verein verfügt seit langem über einen Pool an Sprachmittlern, Übersetzern und Dolmetschern selbst für eher seltene Sprachen. Um dieses Potenzial nutzen zu können, haben sich die Schulen zu einem Verbund zusammengeschlossen und zahlen für das laufende Schuljahr einen festen Betrag.

Damit „erkaufen“ sie sich das Recht, bei Bedarf, etwa wenn Lehrer-Eltern-Schüler-Gespräche stattfinden oder ein Schreiben an eine Flüchtlingsfamilie übersetzt werden muss, auf einen dieser Sprachmittler zurückgreifen zu können. Finanzielle Unterstützung kommt außerdem vom Verein Pinneberger Kinder und vom Rotary-Club. „Jeden Dienstag stehen Sprachmittler im Geschwister-Scholl-Haus in der Bahnhofstraße bereit und können gebucht werden“, sagte Marc Trampe, Sprecher der Pinneberger Bürgermeisterin. Bleibt ein Termin frei, nutzen die Übersetzer die Zeit, um für die Schulen die üblichen Formbriefe in ihre jeweilige Muttersprache zu übertragen.

Besonders nachgefragt werden die Sprachen Arabisch, Persisch und Rumänisch, möglich sind außerdem Übersetzungshilfen für Polnisch, Türkisch, Russisch und Albanisch. In Zukunft könnte Chinesisch dazu kommen.

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