Sie kämpfen nun für die ganze Region

Neue Jacken, aber die Ziele bleiben: Die Mitglieder der Bürgerinitiative aus Tornesch um Erhard Wasmann und Gisela Hüllman (vorne) wollen die Bahnanbindung des Kreises Pinneberg verbessern. Rainer Lutz von der Stadt Tornesch (links) ist zwar kein BI-Mitglied, setzt sich aber ebenfalls für mehr Zughalte in der Region ein.
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Neue Jacken, aber die Ziele bleiben: Die Mitglieder der Bürgerinitiative aus Tornesch um Erhard Wasmann und Gisela Hüllman (vorne) wollen die Bahnanbindung des Kreises Pinneberg verbessern. Rainer Lutz von der Stadt Tornesch (links) ist zwar kein BI-Mitglied, setzt sich aber ebenfalls für mehr Zughalte in der Region ein.

BürgerinitiativeDie Streiter für mehr Bahnhalte in Tornesch richten den Blick künftig auf den gesamten Kreis Pinneberg

shz.de von
25. März 2017, 15:55 Uhr

Seit drei Jahren kämpft die Bürgerinitiative (BI) „Dorfbahnhof? Nein Danke!“ für eine bessere Bahnanbindung der Stadt Tornesch. Sachlich im Ton, aber deutlich in ihren Forderungen − so treten die zwölf Mitglieder stets auf. Mit den zusätzlichen Bahnhalten für Tornesch wurde erst jüngst ein weiterer Erfolg erzielt (wir berichteten). Doch die BI will mehr − und das auch für die gesamte Region. Als sichtbares Zeichen dafür, dass sie sich künftig für eine bessere Bahnanbindung des Kreises Pinneberg einsetzen, haben sich die BI-Mitglieder jüngst neue Jacken zugelegt.

„BI Tornesch − Dorfbahnhof? Nein Danke! Starke Schiene im Kreis Pinneberg“ ist auf den roten Jacken zu lesen. Der neue Slogan trifft das Anliegen der Bürgerinitiative auf den Punkt. „Die Hälfte der Menschen im Kreis wohnt an der Schiene“, sagt BI-Vertreter Erhard Wasmann. Entsprechend sei es im Interesse zahlreicher Menschen, dass das Bahnangebot weiter verbessert werde.

Qualität, das ist für die BI-Mitglieder ein entscheidender Stichpunkt. „Wir müssen weg von den morgendlichen Viehwaggons“, so Wasmann. Das lasse sich unter anderem mit dem Halt von Regionalexpress-Zügen in Tornesch erreichen. „Und wir wollen, dass die Züge, die schon fahren, öfter halten“, sagt Wasmann.

Die sieben neuen Verbindungen, die Tornesch mit dem Fahrplanwechsel im Dezember erhält, begrüßen die BI-Mitglieder. Doch die grundsätzlichen Ziele bleiben. Kurzfristig sind dies Halte in den Zwischenzeiten, mittelfristig eine Weiche in Tornesch, um das Überholen zu ermöglichen und langfristig der Bau des dritten Gleises. Wasmann betont, dass die kurzfristigen Ziele auch mit den neuen Verbindungen noch nicht erreicht seien. „Wir brauchen eine Verbindung um 24 Uhr ab Hauptbahnhof und eine Verstärkung in der Zeit um 14 Uhr“, fordert er.

Unterstützung erhält die Bürgerinitiative von Rainer Lutz von der Stadt Tornesch. „Es halten weniger als 50 Prozent der Züge in Tornesch“, sagt der Leiter der Stabsstelle Wirtschaftskoordination und Umwelt. In Zahlen bedeutet das laut Lutz: Von acht Zügen, die pro Richtung den Bahnhof der 13  000-Einwohner-Stadt passieren, halten drei. Die von Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) jüngst verkündeten zusätzlichen Halte seien dem Einsatz von Politik und Verwaltung in Tornesch sowie dem enormen Engagement der Bürgerinitiative zu verdanken, so Lutz.

Strikte Neutralität − das steht für die Mitglieder der Bürgerinitiative an oberster Stelle. „Wir möchten uns aus den politischen Kämpfen heraushalten“, betont BI-Sprecher Gerhard Quast. Sätze wie „ich fühle mich vom Land verlassen“ von Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) seien kontraproduktiv, so Quast. Insbesondere die gute Zusammenarbeit mit dem Nahverkehrsverbund Nah.SH und dessen Geschäftsführer Bernhard Wewers betont der BI-Sprecher.


Kontakte nach Elmshorn und Pinneberg


Die Bürgerinitiative will nun ihren Einzugsbereich vergrößern und so „unterstreichen, dass Tornesch keine Insel ist“, wie Wasmann betont. Kontakte zu den großen Nachbarn gebe es bereits. Sowohl mit Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje als auch Pinnebergs Verwaltungschefin Urte Steinberg befinde man sich im regen Austausch. Und sogar bis nach Glückstadt reichen die Verbindungen der BI. Denn im Zuge der sogenannten Marschen-Bahn würden zusätzliche Halte für Glückstadt auch Tornesch zugute kommen, erläutern die Kämpfer für eine bessere Bahnanbindung.

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