Sie ist jung geblieben

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Nimmt man es genau, und das gehört sich so, feiert nicht die Stadtbücherei heute ihr 50-jähriges Bestehen, sondern das Gebäude, in dem die Bücherei zu Hause ist, wird 50.

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18. Oktober 2011, 20:55 Uhr

Somit befindet sich die Bücherei auch 50 Jahre am Rosarium. Und mit dieser trickreichen Verknüpfung wird der Anlass für die Feierstunde rund.

Die Bücherei selber wurde in den 1930-er Jahren gegründet. Der Wiederbetrieb nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte am 1. April 1949. Damals befand sich die Bücherei im Gebäude der früheren Mädchenbürgerschule an der Kirchenstraße 7. Wenige Jahre musste sie aus Platzgründen in das Rathaus, damals ebenfalls an der Kirchenstraße gelegen, umziehen. Der nächste Schritt erfolgte in den 1950-er Jahren, als die Bücherei in die Kleine Stadthalle (Barackenbau) an der Berliner Straße umzog. Treibende Kraft des schließlich erfolgten Anbaus an das Käthe-Kollwitz-Heim war der einflussreiche Bürgervorsteher Alfred Hornig, der damals auch Leiter der Stadtbücherei war.

Die Leselust der Uetersener war ungebrochen. So musste schon wenige Jahre später angebaut werden. Am 9. September 1968 wurde der Erweiterungsbau bezogen. Die Bücherei war jetzt 297 Quadratmeter groß. Das reichte für die nächsten zwölf Jahre. Dann musste erneut vergrößert werden, auf dann 386 Quadratmeter. 1989, im Jahr des Umbruchs jenseits des „Eisernen Vorhangs“, wurde erneut zum Spaten gegriffen. Die Bücherei ist dabei durch die Einbeziehung weiterer Teile des Käthe-Kollwitz-Heimes auf 593 Quadratmeter vergrößert worden. Ob das für alle Ewigkeiten ausreicht, bleibt abzuwarten, denn die Leselust scheint ungebrochen zu sein.

Heute können die Leser aus einem Bestand von 42000 Medien auswählen, inklusive Zeitschriften, DVDs, Hörbücher, CDRoms und weiteres, was heute zum Alltag gehört. Damit, so Michael Haase, erfülle man die Empfehlungen, die besagen, dass auf einen Einwohner zwei Medien kommen sollen.

Noch ist die Online-Ausleihe in Uetersen nicht möglich, aber auch das werde kommen, so Büchereileiter Michael Haase. Gerade gebe es einen Modellversuch, an dem einige Bibliotheken und Büchereien teilnehmen würden. In der Rosenstadt könne man aber schon jetzt online schauen, was vorrätig ist in der Stadtbücherei. Auch die Verlängerung ist am heimischen PC bereits möglich. 1961, daran erinnert sich auch noch Helmut Fausch, der die Bücherei von 1976 bis 1988 leitete, ganz genau, hatte Uetersen die modernste Bücherei im Land. „Die Bücherei hatte immer eine positive Begleitung durch die Politik erfahren“, so Haase, der dabei auch den Bildungsauftrag erwähnt, den die Bücherei zweifelsohne besitzt. Die Stadtbücherei ist international vernetzt. So ist es binnen weniger Tage möglich, auch ein seltenes Fachbuch in Uetersen ausleihen oder zumindest einsehen zu können. Auf eine Zahl ist Michael Haase besonders stolz. Bis heute konnten nahezu 5 Millionen Medien entliehen werden. Das sei, gestapelt, 1103-mal die Höhe des Mount Everest. Der ist bis zum Gipfel 8848 Meter hoch.

Das erste Buch, das an der Berliner Straße ausgeliehen wurde, war übrigens „Die Erlösung des Peter Brachtel“ von 1959. Geschrieben hatte das Buch Fridolin Aichner. An dem Geburtstag heute um 16 Uhr nehmen neben einigen Zeitzeugen auch Leser der ersten Stunde teil. Darunter sind auch amtierende Ratsherren. Herzlich eingeladen sind alle, die sich mit der Bücherei verbunden fühlen.

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