Ausland : Sie ist dann mal kurz in Kanada

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Seit einigen Tagen ist das große Ereigniss buchstäblich fassbar. Seitdem hängt im Wohnzimmer der Familie Burmeister eine große Karte von Kanada. Noch ist die Oberfläche ziemlich kahl: Erst ein Fähnchen steckt im Papier und rückt eine Stadt in den Fokus. Vancouver, rund 45 Kilometer nordwestlich der Grenze zu den USA gelegen, etwa 610000 Einwohner und nach Los Angeles und New York der drittwichtigste Standort der Filmindustrie.

shz.de von
30. Juli 2012, 20:08 Uhr

Das allerdings ist für die 20 Jahre alte Kira Burmeister eher nebensächlich. Wenn sie am Donnerstag mit einem Flug von Hamburg über London nach Vancouver ihren einjährigen Aufenthalt in Kanada beginnt, will sie möglichst das ganze Land kennen lernen, seine Menschen, die Lebensart, die Natur.

„Ursprünglich wollte ich während der Schulzeit ein Highschool-Jahr in den USA einschieben, aber das hat bei mir wegen der neuen Profiloberstufe nicht geklappt“, sagte die ehemalige Schülerin des Johann-Rist-Gymnasiums in Wedel. Auf die Erfahrung verzichten wollte sie allerdings auf keinen Fall, und so stand für sie früh fest, dass sie nach dem Abi machen würde, was sie während der Schulzeit nicht konnte.

Den Auslandsaufenthalt hat die junge Hetlingerin gründlich vorbereitet. Mehr als zwei Jahre lang hat sie gespart, jeden Cent, den ihr die Schülerjobs einbrachten, auf die hohe Kante gelegt. Finanziell ist das Abenteuer damit abgesichert.

Offen ist dagegen noch, wie sich das Jahr im Detail entwickeln wird. Sobald Kira in Kanada gelandet ist, wird sie zunächst zwei Monate lang in einer Gastfamilie wohnen und einen Sprachkurs besuchen. Die Monate Oktober und November kann sie frei gestalten. Dann möchte sie reisen und sich zunächst vor allem die Nationalparks vornehmen.

Anfang Dezember wird sie in einem Hotel in den Rocky Mountains etwa 80 Kilometer von Calgary entfernt erwartet. Dort ist der Winter, wenn Skifahrer aus der ganzen Welt in den Bergen zusammen kommen, Hochsaison. Kiras Hilfe wird also dringend gebraucht. Was genau sie in dem Hotel machen wird, weiß sie noch nicht. Vermutlich aber steht sie am Empfang oder im Restaurant. Und hofft auf ein bisschen Freizeit, damit auch sie zum Skifahren kommt.

Anfang April geht sie dann wieder auf Reisen, dieses Mal bleibt ihr die Zeit bis zu ihrem Rückflug Ende Juni. In der Zeit möchte sie auf jeden Fall die Ostküste und damit den Teil kennen lernen, in dem vor allem Französisch gesprochen wird. Sprachbarrieren wird es kaum geben, denn Kira spricht sowohl Englisch als auch Französisch.

Bevor es nun los geht, muss sie noch eine große Herausfordung zu Hause meistern: Die sportliche Hetlingerin kann gerade mal 14 Kilo Gepäck mitnehmen, so viel also, wie sie in ihrem Rucksack gut tragen kann. Dabei dürfte ihr die Erfahrung von den Familienurlauben zugute kommen: Kiras Eltern, ihre ältere Schwester Kirsten (23) und natürlich auch sie selber sind Aktivurlauber, fahren Ski, surfen, wandern, fahren Mountainbike.

Ist sie erstmal unterwegs, wird ihre Familie ihren Weg von Hetlingen aus mitverfolgen und an jeder neuen Station, die Kira erreicht, ein Fähnchen in die Landkarte stecken, die im Augenblick noch so verwaist wirkt. Skype und Internet machen es möglich!

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