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Uetersener Nachrichten

20. Oktober 2017 | 08:04 Uhr

Werkstätten : Sicherheitsrisiko Schule

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es war nur ein Punkt auf der Tagesordnung des Schulausschusses: Besichtigung der Werkstätten in der Beruflichen Schule Elmshorn, doch was sich den Mitgliedern des Ausschusses bot, war eine Offenbarung.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2012 | 22:49 Uhr

Die Raumsituation in den Werkstätten ist dramatisch beengt. Auf kleinstem Raum müssen sich bis zu 16 Schülerinnen und Schüler ihren Platz schaffen. Das wirkt sich nicht nur auf die Unterrichtsqualität aus, denn praktische Unterweisung kommt in den Stunden immer häufiger zu kurz. Auch der Sicherheitsaspekt wiegt schwer: Weil die Schülerinnen und Schüler oftmals den notwendigen Sicherheitsabstand zu gefährlichen Werkzeugen, beispielsweise Kreissägen, nicht mehr einhalten können, hat Schulleiterin Margarete Weber einen eindringlichen Appell an die Politik und die Kreisverwaltung gerichtet: „Ich kann als Schulleiterin nicht mehr für die Sicherheit garantieren.“

Auch in der Holzwerkstatt bietet sich ein ähnliches Bild: ein kleiner, mit Material vollgestellter Raum, in dem sich kaum Platz für fünf Leute bietet, geschweige denn für eine ganze Ausbildungsklasse. Palettenweise wurde Arbeitsmaterial auf einer eigens errichteten Empore gelagert, weiteres liegt auf ebenfalls selbst gebauten Regalen. Die Treppe, die auf die Empore führt, dürfen die Schülerinnen und Schüler nicht betreten: Unfallgefahr. Weil es keinen Lagerraum in der Berufsschule gibt, werden einige Sachen auf den Fluren abgestellt und versperren damit Fluchtwege. Ein unhaltbarer Zustand. Seit rund acht Jahren hofft Margarete Weber auf Besserung. Doch der Neubau einer zeitgemäßen Werkstatt auf dem jetzigen Parkplatz der Schule wurde immer wieder verschoben. Das Geld ist einfach nicht da. „Die Haushaltslage hat uns gezwungen, die Prioritäten anders zu setzen“, erklärt Kreis-Pressesprecher Marc Trampe auf UeNa-Nachfrage. Doch auch er weiß um die Situation: „Wir müssen in gemeinsamen Gesprächen mit der Politik und der Schulleitung zielführende Lösungen finden.“ Die Entscheidung läge bei der Politik, sagte Trampe. Doch die schiebt den Schwarzen Peter weiter: Der Kreis verzögere die Planungen. Der Eindruck drängt sich auf. Auf eine konkrete Anfrage der Fraktionen von SPD und Grünen an den Kreis zum Stand der Planungen über einen Neubau der Werkstätten konnte Fachdienstleiter Andreas Kohn nur wenig ergiebig antworten. Dies tat er auch nur mündlich, eine schriftliche Stellungnahme zu der Anfrage lag zur Sitzung nicht vor. Sein Kollege, Stephan Tödter, als Fachdienstleiter des Gebäudemanagements im Kreis zuständig für die Bauplanung, war zur Sitzung gar nicht erst erschienen. Und was sagt die Unfallkasse Nord, die als Berufsgenossenschaft für die Schülerinnen und Schüler für die Sicherheit in der Schule zuständig ist? „Es gibt keine Vorschriften, in welchen zeitlichen Abständen Schulen kontrolliert werden“, erläutert Pressesprecherin Klaudia Gottheit. Sie empfiehlt der Schule, das Gespräch mit der Unfallkasse zu suchen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die Situation vor Ort zu entspannen. „Wir werden die Schule nicht gleich dichtmachen“, ergänzt sie. Dem Kreis jedoch droht Ungemach, sollte sich wirklich ein Unfall in der Schule ereignen, der auf die Situation vor Ort zurückzuführen ist.

Auch die Vorsitzende des Schulausschusses, Kerstin Seyfert (CDU) will sich für eine zügige Realisierung des Neubaus einsetzen: Es gibt eine mittelfristige Planung, da müssen wir ran.“

Die Suche nach Kooperationen mit Schulen aus anderen Kreisen ist hingegen vom Tisch. „Wir wollen eine hochwertige Berufsbildung bei uns im Kreis gewährleisten“, beruhigt Marc Trampe.

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