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Uetersener Nachrichten

23. August 2017 | 04:07 Uhr

Experte schätzt : Seniorengerechte Wohnungen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Über den Bau seniorengerechter Wohnungen denkt derzeit die Heidgrabener Gemeindevertretung nach. Die CDU-Fraktion hatte im Februar beantragt, dafür das Egyptenmoor zwischen dem Drosselstieg und der Rue des Challes in Bauland umzuwandeln. Noch gibt es zwar weder einen Bebauungsplan noch einen Investor, aber die Gemeindevertreter ließen sich während ihrer jüngsten Sitzung durch den Projektentwickler Joachim Naumann aus Sparrieshoop über verschiedene Arten seniorengerechten Wohnens informieren.

Aus seinen Ausführungen ergibt sich, dass in Heidgraben, Uetersen, Tornesch und Moorrege insgesamt fast 700 barrierefreie Einheiten fehlen. Etwa fünf Prozent der Bevölkerung sei älter als 80 Jahre.

Bei rund 33000 Einwohnern im Einzugsgebiet entspricht das 1650 Menschen und 825 Wohnungen, wenn sie zu zweit bezogen werden. Naumann schätzt, dass es bisher aber nur 150 Einheiten in den genannten vier Kommunen gibt. Amtsdirektor Rainer Jürgensen bestätigte den hohen Bedarf. Eine andere Kommune im Einzugsgebiet hatte eine seniorengerechte Anlage geplant, die zwar nicht gebaut wurde. Aber es gab um ein Vielfaches mehr Interessenten als Plätze.

Das Unterangebot schlägt sich im Geldbeutel von Senioren nieder. Naumann berichtete, dass einige allein aufgrund von Knie- oder Hüftproblemen in Pflegeheime zögen, obwohl sie eigentlich nur eine barrierefreie Wohnung bräuchten.

Die Lage in Heidgraben sei ideal. Denn „seniorengerecht“ bedeute auch, dass die Bewohner zu Fuß Märkte erreichen und Kontakte etwa in Vereinen pflegen könnten. „Das haben Sie hier“, sagte er.

Ob die Gemeinde eher das Modell „Betreutes Wohnen“, „Service-Wohnen“ oder eine Wohngemeinschaft planen soll, müsse sie anhand der Bevölkerungsstruktur abwägen. Die Unterschiede schlagen sich im Preis nieder. Beim „Betreuten Wohnen“ kaufen die Bezieher einen Betreuungsvertrag mit. Beim „Service-Wohnen“ hilft ein Hausmeister bei der Organisation von Essen auf Rädern, Taxen und Feiern. In einer Wohngemeinschaft sind sie auf sich gestellt. Ambulante Pflegedienste könnten das Angebot aber ergänzen. Für Rollstuhl- und Rollatorfahrer sei es wichtig, dass die Wohnungen mindestens 70 Quadratmeter groß seien. Auf dem Balkon sollte man mit den Geräten wenden können. Eine Wohnung für zwei Personen sollten auch zwei WCs enthalten. „Meistens müssen beide gleichzeitig“, so Naumann.

Er betreibt ein Projektentwicklungsbüro und berät seit 15 Jahren das Unternehmen DANA Senioreneinrichtungen, das aber kein „Betreutes Wohnen“ anbietet. Der stellvertretende Bürgermeister Egbert Hagen schlug vor, eine Einwohnerversammlung zu dem Thema einzuberufen.

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erstellt am 27.Dez.2015 | 18:21 Uhr

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