zur Navigation springen

Wegen Sparbeschluss : Seniorenbeirat macht Front

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es ist das unscheinbare Kürzel „ku“, das die Mitglieder des Wedeler Seniorenbeirats aufgeschreckt hat! Ein Zusatz zur Verwaltungsstelle im Seniorenbüro, mit dem die Politik diese Position per Ratsbeschluss quasi zu ihrem Spielball gemacht hat. Die zwei Buchstaben stehen für den Vermerk „künftig umzuwandeln“, und dagegen macht die Interessenvertretung der Wedeler Senioren jetzt mobil.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2015 | 21:10 Uhr

Zu dem Instrument griffen die Abgeordneten, um bei einer Veränderung im Seniorenbüro sofort die Stundenzahl der zuständigen Verwaltungskraft halbieren zu können. Natürlich geht es dabei um Geld. Für das Seniorenbüro hieße das: reduzierte Öffnungszeiten und damit einhergehend eine Streichung von Aufgaben. Dagegen geht der Seniorenbeirat seit einigen Tagen mit einer Unterschriftenaktion vor.

Absolut indiskutabel sind die Pläne, die initiiert wurden von der Fraktion der „Wedeler Soziale Initiative“ (WSI), eine politische Gemeinschaft abtrünniger SPD-Mitglieder, für Seniorenbeiratsmitglied Rolf Wasmer: „Damit geht die Stadt zuerst an eine unwahrscheinlich schwache Gruppe, die sich nicht wehren kann“, kritisierte er gestern im Gespräch mit Journalisten. Schon einmal hat er sich ernsthaft Sorgen um das Büro gemacht, denn bereits 2007 gab es Überlegungen, die Stunden zu reduzieren. Damals musste der Stelleninhaber eine Arbeitsplatzbeschreibung erstellen, die derart umfangreich ausfiel, dass die Politik von Kürzungsplänen Abstand nahm.

„Wir befürchten, dass es dieses Mal anders ausgehen wird“, so Dagny Henning, ebenfalls Mitglied im Seniorenbeirat. Bürgermeister Niels Schmidt bestätigte die Vermutung: „Wenn sich bei der Stelleninhaberin eine Veränderung ergibt, etwa durch den Ruhestand, darf ich die Stelle nur mit halber Stundenzahl wieder besetzen“, sagte er. Die Verwaltung habe die Aufgabe, rechtzeitig ein Konzept zu entwickeln, wie diese Vorgabe umgesetzt werden könne. „Mit dem derzeitigen Aufgaben-Tableau wird das nicht gehen, und letztendlich muss die Politik entscheiden, was sie sich weiter leisten will“, sagte der Wedeler Verwaltungschef. So weit will es der Seniorenbeirat nicht kommen lassen. „Wir wollen eine Streichung des Zusatzes ‘ku’ und sammeln jetzt Unterschriften“, sagte die 2. stellvertretende Vorsitzende Maike Harder. Dabei gehe es nicht darum, ein Bürgerbegehren zu initiieren, denn das sei zu teuer. Aber den Druck auf die Politik möchte der Seniorenbeirat erhöhen. Und könnte sich als durchaus spürbar erweisen, denn sie sind viele: Immerhin jeder dritte Bürger der Rolandstadt ist über 60 Jahre alt, Tendenz steigend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert