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Uetersener Nachrichten

15. Dezember 2017 | 17:28 Uhr

Senioren zeichnen düsteres Bild

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

kritikRücksichtslose Autofahrer, Hundekot, unfreundliche Mitbürger / Situation für Radfahrer und Fußgänger werde immer gefährlicher

Es war kein schmeichelhaftes Bild der Stadt Tornesch, das zwei kürzlich aus Hamburg zugezogene dem Seniorenbeirat vorhielten: Rücksichtslose Autofahrer, die durch verkehrsberuhigte 30-km/h-Zonen wie die Wahnsinnigen hindurchbrettern, Hundebesitzer, die seelenruhig weiterspazieren, nachdem sich ihre Vierbeiner auf Wegen und Spielplätzen verewigt haben, und überhaupt: unfreundliche Menschen, mit denen man gar nicht in Kontakt kommen könne. Sie seien regelrecht erschrocken von ihrer neuen Umgebung, gab das Rentnerpaar während der jüngsten Beiratssitzung zu Protokoll.

Ralf Fromhein hatte die beiden eingeladen, denn sie hatten per E-Mail Interesse am Seniorenbeirat bekundet. Nach deren kritischer Rede ging der Vorsitzende des Gremiums aber sofort in die Gegenoffensive und zählte alle Vorteile auf, die Senioren in Tornesch genießen, etwa die vielen Angebote der Awo, des DRK, der Ü60-Aktiven und weitere Veranstaltungen im Pomm 91. Er hob auch das Angebot der Verwaltung hervor, Hausbesuche zu machen, wenn Einwohner wegen eingeschränkter Mobiliät den Weg ins Rathaus nicht schaffen, um einen neuen Ausweis zu beantragen oder sonstige Amtsgeschäfte zu erledigen.

Einigen Minuspunkten stimmte Fromhein allerdings uneingeschränkt zu: Der Autoverkehr werde immer dichter, die Situation für Fußgänger und Radfahrer immer gefährlicher. Zwar gebe es einen Verkehrsentwicklungsplan, der aber sei das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt ist, wetterte der Sprecher der Senioren. Er habe bei vorangegangen Beratungen in den städtischen Gremien dazu immer wieder seine warnenden Kommentare abgegeben, aber leider habe der Seniorenbeirat keine Entscheidungsgewalt sondern dürfe nur versuchen, beratend einzuwirken.


Aufzug steht seit Jahren still


Scharfe Kritik am Umgang der Stadt mit den Herausforderungen des Straßenverkehrs brachte auch Joachim Selk im Namen des örtlichen SoVD vor. Er spreche für mehr als 750 Mitglieder, betonte der Vorsitzende des Sozialverbandes Tornesch. Eine Aufzählung städtischer Schildbürgerstreiche fügte er gleich an, beginnend mit dem seiner Meinung nach völlig fehlgeplanten und deshalb seit drei Jahren still stehenden Aufzug am Bahnhof.

Den Fußgängerüberweg von der Esinger Straße zur Friedrichstraße über die Ahrenloher Straße bewerteten Fromhein und Selk als geradezu lebensgefährlich für Senioren, die mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs seien. Denn die Straße sei in Richtung Eisenbahnunterführung viel zu abschüssig. Da brauche es nur ein kleines Missgeschick und schon könne sich das Seniorengefährt selbstständig machen und unkontrolliert in den Autoverkehr hineinrollen. Das werde sogar noch drastischer, wenn die dort vorgesehene Rechtsabbiegerspur der Esinger Straße eingerichtet wird, prophezeite Fromhein.

Am Schluss des Abends waren sich Mitglieder und Gäste einig: Man müsse entschlossen und geduldig weiter agieren, möglichst viele Ausschuss- und Stadtratssitzungen besuchen und beim Tagesordnungspunkt „Bürgerfragestunde“ immer die Stimme erheben. Vielleicht ändere sich dann ja irgendwann etwas zum Besseren, so die Hoffnung der Senioren.


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