Polizei : Selbstjustiz mit Regenschirm

Oberlehrer gibt es überall. Offensichtlich auch auf den Straßen der Krückaustadt.

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21. Oktober 2011, 20:59 Uhr

Weil eine Buchhalterin am Donnerstagnachmittag den Radweg nicht ganz korrekt genutzt hat, hielt ein bislang unbekannter älterer Herr ein strenges Strafgericht, in dem er die Radfahrerin mit seinem Regenschirm verprügelte.

Gegen 11.35 Uhr, so berichtete die geschädigte Frau (32) später der Polizei, sei sie auf der Mühlenstraße/Bereich Kreuzung Hochstraße mit ihrem Hund an der Leine unterwegs gewesen. Dabei habe sie ab und zu auch den Gehweg touchiert, gab sie während der Anzeigenaufnahme offen zu.

Was ihr aber deshalb widerfahren sollte, das „zeigte“ ihr ein etwa 60 bis 70 Jahre alter Herr auf seine ganz besondere schlagfertige Art: Der Mann habe sie mit dem Regenschirm vom Fahrrad geschlagen und sie anschließend mit dem Schirm gegen eine Hauswand gedrückt. Doch damit noch nicht genug - die „Bestrafung“ fiel noch deftiger aus. Der Unbekannte habe sie, gab die 32-Jährige zu Protokoll, mehrfach mit dem Schirm geschlagen und ihr zudem eine strenge „Strafpredigt“ gehalten, so die Geschädigte weiter. Er soll gesagt haben, sie habe das aufgrund ihres Fehlverhaltens verdient.

Im Anschluss an dieses Kapitel ist der Mann, offensichtlich noch immer in Wut, zu Fuß in Richtung Rübenkamptunnel gegangen. Die Geschädigte blieb mit Schmerzen am Oberkörper zurück und zeigte die Tat, die natürlich als Körperverletzung gewertet wird, an. Die Polizei sucht nun nach dem dunkel bekleideten Angreifer mit Schirm und schwarzem Cordhut und bittet Zeugen, sich bei ihr zu melden. Zu erreichen sind die Beamten unter der Rufnummer 04101/2020.

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