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Uetersener Nachrichten

24. September 2017 | 18:03 Uhr

Seit 60 Jahren „Bildung für alle“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

festveranstaltungDie Volkshochschule Tornesch-Uetersen feiert Geburtstag / Zahl der Kurse steigt von 56 auf 500 Stück

Ihr 60-jähriges Bestehen würdigte die Volkshochschule Tornesch-Uetersen mit einer Feier in den VHS-Räumen, an der am Donnerstagabend neben langjährigen Dozenten auch Politiker und Vertreter beider Städte teilnahmen. Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) zitierte aus Zeitungsartikeln, die 60 Jahre VHS dokumentieren, und SPD-Bundestagsmitglied Ernst Dieter Rossmann referierte über die Bedeutung der Volkshochschulen in der Bundesrepublik.

Mittels einer „Zeitreise“, auf die Krügel die Gäste mitnahm, gab er einen Überblick über die historische Entwicklung der örtlichen Bildungsstätte. „Alles begann damit, dass 1946 die Erwachsenenbildung als Aufgabe der Gemeinde festgeschrieben wurde“, so der Bürgermeister. Zunächst fanden die Kurse im damaligen Bahnhofshotel statt, im Laufe der Jahre wurden verschiedene Örtlichkeiten genutzt, und 2006 zog die VHS an ihren jetzigen Standort am Tornescher Hof. Viele Jahrzehnte lebte die Schule durch das ehrenamtliche Engagement von Udo Tesch, erst 2001 wurde er durch die damalige Leiterin Birgit Gosau abgelöst.


Zweckverband besteht seit 2011


Das Kursangebot hat sich im Laufe von 60 Jahren stark verändert: Waren es 1959 nur 56 Kurse, viele davon aus dem hauswirtschaftlichen Bereich, so sind es heute fast 500 Stück. 1961 kam die „Jugendvolkshochschule“ für Kinder und Jugendliche hinzu, 1987 gab es den ersten EDV-Unterricht und ein Jahr später einen Selbstverteidigungskurs für Frauen und Jugendliche. Auch ihr Einzugsgebiet hat die VHS stetig erweitert: 1974 kam Heidgraben hinzu, kurz danach folgte Ellerhoop und 2011 wurde der Zweckverband zwischen Tornesch und Uetersen gegründet, der die lokale Bildungseinrichtung bis heute trägt. Uetersens Bürgervorsteher Adolf Bergmann sagte, die Fusion der Städte Tornesch und Uetersen sei nach wie vor ein erstrebenswertes Ziel, und der VHS-Zweckverband stelle einen bemerkenswerten Erfolg in diese Richtung dar.

Für Unterhaltung sorgten der Gitarren-Dozent Uwe Michaelsen mit dem 60er-Jahre-Instrumentalsong „Loch in der Banane“ sowie der Akkordeonspieler Leonid Klimaschewski mit einem leidenschaftlichen, rasanten Südamerika-Lied. Der studierte Musiker ist Leiter des VHS-Akkordeon-Orchesters „Harmonia“, „unserem Aushängeschild“, so VHS-Leiterin Inga Pleines, denn das Orchester hatte schon Auftritte in Polen, Russland und Moldawien. Pleines dankte zudem allen Kollegen, Politikern und Dozenten für die gute Zusammenarbeit.

Festredner Rossmann, Vorsitzender des Deutschen Volkshochschulverbands (DVV), sagte: „Bundesweit haben die Volkshochschulkurse neun Millionen Teilnehmer, angeboten von 200  000 Honorardozenten. Die Volkshochschulen sind der einzige Bildungsbereich in kommunaler Verantwortung.“ Sie dienten dazu, dem Volk Bildung zurückzugeben, die aus dem Volk kommt, bei kurzen Wegen und niedrigen Kursgebühren. Der Bundestagsabgeordnete betonte zudem ihre Bedeutung bei der Integration von Migranten.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation eines eineinhalb Minuten langen Films über die hiesige VHS, den die Deutsch-Dozentin und Dokumentarfilmerin Kristina Duveneck gedreht hat. Der sehr emotionale Film mit aussagekräftigen Bildern wurde mit großem Beifall bedacht.

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