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Kultur für die ganze Stadt : Seit 25 Jahren Tornescher Allerlei

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kunst und Kultur von hoher Qualität zu günstigen Eintrittspreisen nach Tornesch zu holen, das war vor einem Vierteljahrhundert die Idee von zwölf Kunst- und Kulturfreunden, die zum Teil gerade nach Tornesch gezogen waren, und den Ort damals „als kulturelle Wüste“ empfanden. Sie gründeten den multikulturellen Verein Tornescher Allerlei (ToAll) und holten Künstler für Musikabende und Lesungen nach Tornesch. Erste Veranstaltungsorte waren Räume der Volkshochschule.

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erstellt am 07.Jan.2016 | 19:46 Uhr

Doch nur wenige Tornescher trauten dem Niveau der Veranstaltungen. Sie fuhren weiter nach Hamburg, um Kultur zu genießen und bezahlten dafür wesentlich mehr Geld, als sie in Tornesch hätten zahlen müssen. In den Jahren 1997, 1998 und 1999 stellte der Verein dann Open Air-Konzerte auf die Beine, die auch den letzten Zweifler überzeugten. Der Verein hatte sich etabliert und das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder, Kultur-Veranstaltungen hoher Qualität anzubieten, erfuhr immer mehr die verdiente Resonanz.

Der multikulturelle Verein mit Hanfried Kimstädt an der Spitze – er ist seit 1999 ToAll-Vorsitzender – ist aus dem kulturellen Leben in Tornesch nicht mehr wegzudenken. Einige Veranstaltungen sind zu echten Publikumsmagneten geworden, wie der St. Patrick’s Day, klassische Musikabende mit Michi Komoto oder der Poetry Slam.

Acht bis zehn Veranstaltungen unterschiedlichster Art bietet der Verein in jedem Jahr an. „Künstler aus ganz Deutschland melden sich bei uns“, berichtet Hanfried Kimstädt. Durch Kontakte nach Polen und in die baltischen Staaten ist das Wirken des Vereins auch dort bei Künstlern bekannt. Von dort kommen ebenfalls Anfragen für Auftritte. „Den Meldungen nach wären fünf Veranstaltungen pro Woche möglich. Doch so viele Zuschauer und freiwillige Helfer können wir natürlich nicht mobilisieren“, macht Hanfried Kimstädt deutlich.

Aktuell gehören dem Verein 66 Mitglieder an. Ein „harter Kern“ ist bei allen Veranstaltungen vor Ort, um an der Kasse, beim Service oder bei den Vor- und Nachbereitungen im Hintergrund ehrenamtlich zu wirken. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge – derzeit 18 Euro pro Jahr – über Zuschüsse von Stadt und Kreis und Sponsoren wie die Stadtwerke, die GAB, die Unternehmen HellermannTyton und IEN oder den Edeka-Markt Hollender.

Jedes Jahr im September beraten die Aktiven des Vereins um den Vorsitzenden Hanfried Kimstädt den Veranstaltungsplan für das kommende Jahr. Dreimal hatte der Verein auch Weihnachtsveranstaltungen für Kindergartenkinder im Programm. Der Aufwand war enorm, das Interesse der Kindergärten jedoch gering und so hat der Verein wieder Abstand von diesem Angebot genommen. „Seit zehn Jahren sind die bei unseren Veranstaltungen auftretenden Künstlerinnen und Künstler von der Umsatzsteuer befreit, da der Verein die kulturellen Aufgaben der Stadt übernimmt“, betont Hanfried Kimstädt. Und er verweist darauf, dass der Verein seit 25 Jahren die Eintrittspreise auf einem moderaten Niveau hält und seit mehreren Jahren Kindern und Jugendlichen in Begleitung Erwachsener freien Eintritt gewährt. Zu halten seien die Preise jedoch nur, wenn dem Verein die Mitglieder, die aktiv mithelfen, nicht ausgehen. „Wenn wir zum Beispiel den Bauhof beauftragen müssen, Tische und Stühle auf- und abzubauen, dann kostet uns das Geld“, macht der Erste Vorsitzende deutlich. Jüngere Mitglieder sind daher jederzeit herzlich willkommen.

Etwa 240 Veranstaltungen hat ToAll in den 25 Jahren seines Bestehens organisiert. Partner im Vorverkauf der Eintrittskarten sind der Fahrradladen Eisenross, Zeitschriften Geisler und Optiker Bade in Tornesch, das Tabakstübchen Jäger in Uetersen, der Bücherwurm in Pinneberg und das Musikhaus Hofer in Elmshorn. Am 14. August wird im POMM 91, dem Austragungsort der ToAll-Veranstaltungen, der 25. Geburtstag des Vereins öffentlich gefeiert. Mit dabei sein werden Künstler, die den Verein Tornescher Allerei auf seinem erfolgreichen Weg mehrfach begleitet haben.

ToAll-Programm im Jubiläumsjahr / Feuerwerk an kulturellem Allerlei von Januar bis November

Mit dem Burns Supper, dem Fest zu Ehren des schottischen Nationalhelden Robert Burns, startet ToAll am 23. Januar in das Veranstaltungsjahr 2016. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft. Am 20. Februar hat ToAll den Hamburger Autor, Schauspieler und Sänger Achim Amme und den Singer-Songwriter Volkwin Müller um 20 Uhr im POMM 91 mit dem Programm „All you need is love –John Lennons letzte Jahre“ zu Gast.

„Weibsbilder – Spiegel, Spott und Übermut“ lautet der Titel des Abends zum Schmunzeln und Genießen am 4. März. Gestalten wird den Abend die Musikerin und Erzählerin Cathrin Alisch. Am 19. März wird im POMM 91 wieder der St. Patrick’s Day gefeiert.

Am 30. April bildet der Poetry Slam im POMM 91 den beliebten Auftakt für den „Tornescher Kulturtag“, der am 1. Mai in Tornescher Galerien und Ateliers begangen wird. Das Künstlerpaar Karolin und Markus Schell erfreut am 28. Mai mit Chansons und Couplets der 1920er und 1930er Jahre und am 25. Juni sorgen die Musiker von Almost Pop für Stimmung.

Die Musikschule Krol lädt in Zusammenarbeit mit ToAll am 16. Juli zu einem Sommerkonzert ins POMM 91 ein und am 14. August wird ToAll-Geburtstag gefeiert. Der Tenor Steffen Wolf und die Pianistin Michi Komoto gestalten am 10. September einen Carl Loewe-Abend und am 8. Oktober lädt das Duo Oberpichler zu einem konzertanten Märchenabend ein. „Wiener Schmäh und Kaffeehaus-Musik“ werden am 12. November serviert. Der Tenor Stefan Seehafer und die Pianistin Antonina Rubtsova sind an dem Tag bereits um 16 Uhr zu Gast. Weitere Infos unter: www.toall.de.

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