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Dienstjubiläum : Sein Job ist die Verkündigung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kreiskantor Eberhard Kneifel ist seit zwei Jahrzehnten kirchenmusikalisch an der Kloster- und inzwischen auch an der Erlöserkirchengemeinde tätig. Sein Mitwirken an der Verkündigung (evangelisches Christentum lebt im Lied und in der Musik so sehr wie im Wort der Bibel) über diesen langen Zeitraum soll am Sonntag, 1. November, von 10 Uhr an während eines Gottesdienstes in der Klosterkirche gewürdigt werden. Die Predigt hält Propst Thomas Drope. Im Anschluss an die Kirchzeit, gegen 11.30 Uhr, gibt es einen Empfang. Kneifel spricht gerne von seiner Zeit in Uetersen. Das kirchenmusikalische Zentrum werde wertgeschätzt. Das sei immer wieder zu spüren.

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erstellt am 22.Okt.2015 | 18:45 Uhr

Kirchenmusik ist – jetzt auch kirchenrechtlich festgeschrieben – also Verkündigung. Und diese gibt es reichlich in Uetersen. Die Kantorei und der von Kneifel gegründete Gospelchor „Adonai“ wechseln sich kirchenmusikalisch bei Gottesdiensten ab. Rund die Hälfte aller sonntäglichen Kirchzeiten an der Klosterkirche werden durch Chormusik bereichert. Dazu kommen die vielen Oratorien, Orgelmusiken und „kleineren“ Konzerte, die regelmäßig hunderte Menschen im spätbarocken Gotteshaus zusammenführen. Herausragende Beispiele der zurückliegenden 20 Jahre sind sicherlich die h-Moll-Messe von Bach oder der „Elias“ von Mendelssohn. Gerne erinnert sich Kneifel aber auch an die Jubiläumsreihe anlässlich des 250. Geburtstages der Klosterkirche 1999 zurück. Oder an das „Jahr der Messe“, das 2012 kirchenkreisweit rund 100 Konzerte beinhaltete. Viele davon fanden in Uetersen statt. Das kirchenmusikalische Zentrum an der Klosterkirche wird nach wie vor hoch gehalten. Es drückt sich auch dahin gehen aus, dass es dort die letzte A-Kantorenstelle in der Propstei Pinneberg gibt. Die Wertschätzung, die der Musik in Uetersen entgegengebracht werde stimme ihn froh und glücklich. In einem solchen Umfeld mache es Spaß zu arbeiten. Kneifel schließt dabei ausdrücklich den kollegialen Umgang aller Mitarbeiter ein. Vor sechs Jahren übernahm Kneifel eine neue Aufgabe – die des Kreiskantors, eine pflichtige Aufgabe laut Kirchenmusikgesetz. Seither widmet er ein Drittel seiner Arbeit diesem gemeindeübergreifenden Dienst. Um die damit einhergehenden Vakanzen an den beiden evangelisch-lutherischen Gemeinden aufzufangen, wurde eine B-Stelle ausgeschrieben und mit Kantorin Christiane Haar besetzt, die sich seit dieser Zeit vor allem der Kinderchorarbeit widmet. In Kneifels Amtszeit fallen die Restaurierung der großen Busch-Orgel, die Anschaffung der Truhenorgel im Altarbereich und die Neuanschaffung des Flügels im Kantoreisaal an der Moltkestraße 2. Auch wenn er gerne zurückschaut. Es bleiben genug Ziele, die Kneifel mit „seinen“ Chören und als Kreiskantor noch umsetzen möchte. „Die Lust auf die Arbeit und die Lust, mit Menschen Musik zu machen, ist immer noch da“, sagt er. Der Jubiläumsgottesdienst wird von beiden Erwachsenenchören begleitet, die auch zusammen singen werden. Christiane Haar wird am 1. November den Organistendienst übernehmen. Trotz aller finanzieller Spielräume, die helfen, Kirchenmusik lebendig zu halten, bleibt Geld ein knappes Gut. Kneifel ist daher sehr dankbar, dass es seit elf Jahren den „Förderkreis Kirchenmusik“ gibt. Dieser Verein hat mehrfach sehr segensreich wirken können. Kneifel baut auf ihn auch hinsichtlich seiner Zukunftspläne. Und die sind mit erheblichen Kosten verbunden. Ehrgeizigstes Projekt ist der Bau einer Orgel auf der Chorempore, um das kirchenmusikalische Zentrum noch stärker zum Ausdruck bringen zu können. Ob und wann das Vorhaben umgesetzt werden kann, ließ Kneifel offen. Musik bestimmt auch sein Privatleben. Die Grenzen zwischen Beruf und Privatheit seien dabei fließend, gesteht er gerne. Ansonsten widmet Kneifel seine Zeit der Familie und dem Reisen. Ihn interessieren dabei europäische Kulturstädte und Sonne.

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