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Uetersener Nachrichten

22. November 2017 | 00:24 Uhr

Naturschutz : Seilwinde hilft Baumriesen auf

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Warum abholzen, wenn man auch aufrichten kann? Auf Betreiben der Stiftung Naturschutz sind gestern auf der Streuobstwiese an der Straße Kurzenmoor zwei sieben Meter hohe Bäume von Fachleuten gerettet worden. Sie waren während der Herbststürme im vergangenen Jahr gestürzt. Fachleute wie der Förster Falko Stegmann, auf dessen Initiative die spektakuläre Aktion zurückgeht, hoffen nun, dass die Bäume wieder anwachsen.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 20:16 Uhr

Mehr als zwei Hektar groß ist die Streuobstwiese. 130 überwiegend alte Obstbäume stehen hier, vor allem Äpfel, aber auch Kirschen und Pflaumen. Im Sommer sorgen Rinder dafür, dass die Grasnarbe kurz bleibt. Für Experten sind Streuobstwiesen unvergleichliche Biotope. Etwa 5000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten, so schätzt Falko Stegmann, lassen sich auf einer Streuobstwiese wie der Elmshorner nachweisen.

„Das liegt an den vielen unterschiedlichen Kleinklimazonen, die man auf einer Streuobstwiese findet“, sagte Julia Voß, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Die beiden Bäume, deren „Wiederbelebung“ sie gestern verfolgte, sind jeweils gut sieben Meter hoch und mindestens 25 Jahre alt. Damit hätten der Apfel- und der Pflaumenbaum einen besonderen Wert, so Julia Voß, der durch eine Neuanpflanzung nicht erreicht werde.

Mit Hilfe der Pinneberger Baumspezialisten der Firma Thomsen sind die beiden Riesen gestern langsam aufgerichtet worden, in die Senkrechte mit Hilfe einer Seilwinde gezogen. Und die wurde per Hand bedient, um vor allem die Schnelligkeit kontrollieren zu können. Zuvor wurden die abgerissenen Wurzeln versorgt, die Äste eingekürzt und die Kronen ausgelichtet. Dadurch sollte die Chance auf einen Erfolg der Aktion erhöht werden. Und schließlich wurden die Bäume mit Stahlseilen und Erdankern gesichert, damit sie zukünftigen Stürmen trotzen. 1000 Euro hat sich die Stiftung das Engagement kosten lassen, das Geld stammt aus Pachteinnahmen.

33 000 Hektar Land gehören der Stiftung Naturschutz landesweit, die Kurzenmoorer Fläche gehört nicht dazu. „Die Streuobstwiese ist im Besitz der Stadt Elmshorn, die Stiftung hat lediglich einen Vertrag über die Pflege und Verwaltung abgeschlossen“, So Sprecher Thomas Voigt.

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