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Uetersener Nachrichten

21. Oktober 2017 | 19:57 Uhr

Schwere Kost

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Eines schweren Themas hatte sich die Theater-AG der Rosenstadtschule angenommen und im Stück „Gewitterneigung“ umgesetzt: Es geht um Hintergründe von Amok-läufen, die leider auch an deutschen Schulen für bundesweites Entsetzen gesorgt haben.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2011 | 12:08 Uhr

Die Rosenstadt-Schüler stellen beinharte Gesellschaftskritik in den verdunkelten Raum der Pausenhalle, geben aber kein Urteil ab, sondern überlassen das dem Zuschauer. Zwischen den einzelnen Szenen verbindet die unsichtbare Nachrichtensprecherin und die Moderatorin – hervorragend von Jennifer Holz und Alina Maier verkörpert – ganz sachlich das Geschehen, kommentieren mit realen Fakten, so zum Beispiel dass rein statistisch gesehen, jeder zweite Bundesbürger eine Waffe besitzt. Ganz großartig auch die Mitschüler des Amokläufers Marc, den Lars Zwillus spielt, der im Laufe des Stückes immer mehr zur Hochform aufläuft.

Unter all den authentisch wirkenden Schülern sei Vivian Kehl genannt, die mit Baseball-Cap und gruseliger Tarnhose überzeugend einen besonders brutal mobbenden Klassenkameraden mimt. Überzeugend auch Nina Reinefeld als Freundin „Giulia“, die in ihrer Zuneigung zu dem späteren Amokläufer schließlich doch dem Gruppenzwang der mobbenden Mitschüler unterliegt. Doch es sind nahezu alle Figuren so eindringlich dargestellt, dass es fast ungerecht wäre, einzelne heraus zu picken und zu nennen. Großes Lob allerdings noch für die Technik AG, die gekonnt für Licht und fein angepasste Musik sorgte.

Barbara Jürgens ist zum Ende ihrer Zeit als Lehrerin und Leiterin der Theater-AG mit dem Zutrauen zu ihren Schülern für das wahrlich nicht einfache Stück einmal ein ganz großer Wurf gelungen. Schulleiter Wolfgang Balasus bedankte sich dafür und stellte Jan Pape als neuen Leiter der Theater AG vor. Heute wird das Stück um 19 Uhr in der Pausenhalle der Rosenstadtschule noch einmal aufgeführt. Wer es noch nicht gesehen hat: Unbedingt hingehen.

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