Handball : Schwere Geburt

Die Ausgangslage vor dem HHV-Pokal-Zweitrunden-Duell war klar: Als haushoher Favorit gastierten die 1. Männer des TuS Esingen (Hamburg-Liga) am Dienstagabend beim TH Eilbeck, der zwei Klassen tiefer in der Bezirksliga um Punkte kämpft.

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27. November 2013, 20:00 Uhr

Doch in der Halle an der Ritterstraße taten sich die Tornescher unglaublich schwer: Nachdem Klaas-Jan Leemkuil einen Lupfer über das Tor gesetzt hatte, gingen die Hausherren per Siebenmeter in Führung. Jannik Genz glich zwar ebenfalls per Strafwurf auf, doch dann standen insgesamt vier Fehlversuchen von Felix Haack (zweimal drüber, zweimal parierte der Keeper) zwei Eilbecker Treffer gegenüber, was eine 3:1-Führung für den Außenseiter bedeutete.

Nun waren erst sieben Minuten gespielt – doch, man höre und staune: Nach 13 Minuten lag der Bezirksligist immer noch mit zwei Toren vorne (7:5), weil Genz gleich zwei Siebenmeter vergab und die offensiv sehr beweglichen Eilbecker die TuS-Abwehr wiederholt alt aussehen ließen. Erst in der 19. Minute glich Semmelhack zum 8:8 aus. Weil Klaas-Jan Leemkuils zweiter Heber von links saß, führte der Favorit erstmals (8:9/20.) und die Eilbecker nahmen ihre Auszeit. Wer nach Haacks Kracher zum 8:10 erwartete, dass sich die Gäste nun absetzen würden, irrte sich: Die Heim-Sieben glich zum 10:10 aus und haderte anschließend mit den Schiedsrichtern, weil diese im Zweifel immer für den Favoriten pfiffen. So trugen zum 10:14 (26.) auch zwei höchst fragwürdige Siebenmeter, die Daniel Günter sicher verwandelte, bei.

Doch bis zur Pause kämpften sich die wackeren Eilbecker wieder auf 14:15 heran, weil sich die Esinger wiederholt einfachste Ballverluste leisteten. Nach dem Seitenwechsel blieb es weiterhin eng: Die Tornescher konnten sich zunächst nie weiter als bis auf zwei Tore absetzen, beim 20:20 (38.) gab es sogar wieder einen ausgeglichenen Spielstand. Daniel Hutschenreuter (stand bis zur Pause zwischen den Pfosten) und Benjamin Boje wechselten sich im TuS-Tor ab, beide zeigten aber kaum gute Paraden.

Nach 43 Minuten zogen die Esinger in Überzahl von 23:23 auf 23:28 davon (Günter traf dabei dreimal in Folge). Die Hausherren verkürzten noch einmal auf 29:31 (54.), doch Nils-Oliver Himborns 30:33, von rechts aus erzielt, kam einer Vorentscheidung gleich. Am Ende retteten die Esinger ihren Vorsprung mit 30:34 ins Ziel und stehen im Achtelfinale. „Wir haben viel zu behäbig gespielt“, so TuS-Trainer Jan-Henning Himborn, der klagte: „Es kann nicht angehen, dass wir gegen einen Bezirksligisten 30 Gegentore kassieren. Die Spieler, die sich beklagen, dass sie sonst zu wenig Einsatzzeit bekommen, haben sich heute nicht aufgedrängt!“

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