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Uetersener Nachrichten

26. September 2017 | 04:05 Uhr

Schulen sind der Politik lieb und teuer

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

BildungsauftragLange Wunschliste der Schulleitungen / Mandatsträger hoffen auf viel Geld aus einem neuen Bundesprogramm

shz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 16:43 Uhr

„Ihre“ Schulen sind den Uetersener Politikern lieb und teuer. Im Bildungswesen dulden die Ratsherren- und -frauen keine Abstriche. Investitionen, wenn diese von der Fachabteilung im Rathaus als notwendig angemerkt werden oder auf der Wunschliste der Schulleitungen stehen, werden seit Jahrzehnten sorgsam abgewogen und nach Möglichkeit realisiert.

Einmal im Jahr findet der Bildungsausschuss zu einer Vor-Ort-Sitzung zusammen und begeht die Schulen. Kürzlich fanden Politiker und Verwaltung zu einem solchen Ortstermin zusammen und ließen sich von den Schulleitungen die Wunschlisten erläutern.

Mehr Licht und weiße Farbe wünscht sich Maja Hatje, Leiterin der Birkenalleeschule, für ihre Einrichtung. Und zudem WLAN für den Verwaltungstrakt und interaktive Whiteboards für die Klassenzimmer. An der Friedrich-Ebert-Grundschule wünscht sich Schulleiterin Karen Schlüter ebenfalls WLAN - für alle Räume. Geschaffen werden sollen zudem weitere Fahrradständer.

An der Rosenstadtschule, hat Thomas Kröger von der Hochbauabteilung des Rathauses angemerkt, sollte der „Neubau“ (Pausenhalle) von 1969 energetisch saniert werden. Schulleiterin Gisela Leffers wünscht sich, dass der derzeit noch öffentliche Weg, der die beiden Schulteile (ehemals Roggenfeldschule und frühere Gustav-Heinemann-Realschule) trennt, zumindest bis um 15.30 Uhr für die Öffentlichkeit gesperrt wird. Und am Ludwig-Meyn-Gymnasium soll ein Personenaufzug im Hauptgebäude für mehr Barrierefreiheit sorgen. Zudem stehen dort umfangreiche Sanierungswünsche und der Ausbau des Dachgeschosses im Ostflügel zur Einrichtung eines Klassenraums auf der Wunschliste von Schulleiter Alexej Stroh. Zusätzliche Fahrradständer sollen geschaffen werden.


Die Wünsche gehen in die Millionen


Die Wünsche gehen in die Millionen. Alles wird daher vermutlich nicht umgesetzt werden können. Es sei denn, die Stadt profitiert von einem neuen Bundesprogramm, das nach Grundgesetzänderung Wirklichkeit geworden ist.

Der Bund darf den Ländern jetzt Finanzhilfen für „gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen der finanzschwachen Gemeinden im Bereich der kommunalen Bildungsinfrastruktur“ gewähren. 3,5 Milliarden Euro stehen dafür bundesweit zur Verfügung. In Schleswig-Holstein sollen 99 Millionen Euro entsprechend verteilt werden. Möglich ist eine 90-Prozent-Förderung. Uetersen definiert sich nach wie vor als finanzschwache Kommune, steht unter dem Rettungsschirm des Landes und schiebt einen Schuldenberg von mehreren Millionen vor sich her. Obwohl Sparmaßnahmen und höhere Einnahmen in jüngster Vergangenheit die gewünschten Erfolge gebracht haben und die Stadt aktuell wesentlich solider aufgestellt ist.

Im Vorgriff auf einen noch zu veröffentlichen Erlass seitens des Landes, über den die Bundesmittel verteilt werden können, hat die Ratsversammlung im Nachtragshaushalt beschlossen, der Verwaltung 60  000 Euro Planungsgeld zur Verfügung zu stellen. Nicht auszuschließen ist nämlich ein Verteilsystem nach „Windhundverfahren“.

Und weil nun die parlamentarische Sommerpause vor der Tür steht, möchte die Verwaltung schnell reagieren und auch unabhängig von der politischen Entscheidung handeln können.

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