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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 19:19 Uhr

Schule und Stadt reiben sich

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

. Es knirscht zwischen dem Uetersener Gymnasium und der Stadt. Leiter Alexej Stroh ärgert sich, dass die Kommune ihre Investitionen in die Gebäude nicht mit ihm abspricht. Der Elternbeirat wundert sich über den Umgang der Stadt mit Schulkostenbeiträgen. Bürgermeisterin Andrea Hansen kritisierte, dass das Gymnasium mit dem Energiespar-Projekt „fifty/fifty“ voranpreschte.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2012 | 21:35 Uhr

„Das wird erst heute beschlossen“, sagte sie während der jüngsten Hauptausschuss-Sitzung. Doch dazu kam es nicht. Uetersener Schüler schalten zwar schon fleißig Licht aus, drehen Heizungen herunter und hoffen, dass die Stadt ihnen die Hälfte der Ersparnis auszahlt. So sieht es das Projekt vor. Doch die Politiker sind uneins.

Die CDU lehnt die Aktion ab. „Sparen mit Energieresourcen ist Grundpflicht jedes Schülers und jedes Schulleiters“, sagte Fraktions-Chef Kai Feuerschütz. Angesicht der desolaten Kassenlage sei es das falsche Signal, Schüler für das Energiesparen zu belohnen. Die FDP zögert. Fraktions-Chef Rolf Maßow wollte wissen, ob das Bezugsjahr für die Berechnung während der dreijährigen Aktion dasselbe bleibt. Da die Antwort ausblieb, bat er um Vertagung. Allein die SPD stellte sich eindeutig hinter das Projekt. „Ich finde es wichtig, dass Schüler und Lehrer den Anreiz haben, teilzunehmen“, sagte Fraktions-Chef Ingo Struve. Laut Verwaltung verbrauchen die Uetersener Schulen jährlich für 88000 Euro Strom und für 173000 Euro Gas. Der Ausschuss will das Thema erneut beraten. Keine Diskussion gibt es dagegen über das Investitionspaket für die Schule. Stroh hatte es in einem Brief an Hansen und die Fraktions-Chefs kritisiert – nicht nur, weil es nicht mit ihm abgestimmt wurde. „Unsere Hausmeister warnen davor, die Hallenbeleuchtung und -decke zu erneuern, ohne das Dach auch von außen zu sanieren. Das Dach ist nicht dicht“, schrieb er.

Doch Hansen zeigt sich unbeeindruckt. Erstens sei das Paket 2009 im Rahmen eines Schulbauprogramms mit Kreis und Land abgestimmt worden. „Es ist nicht verhandelbar“, sagte sie. Zweitens sei der Hausmeister für solche Fragen nicht die maßgebliche Fachkraft. Mehrheitlich hatte der Ausschuss beschlossen, 670000 Euro in die Schule zu investieren. In der Sporthalle sollen die Heizung, die Warmwasserversorgung und die Beleuchtung erneuert werden. Es sollen neue Räume gebaut, Aluminiumfenster und eine Sonnenschutzanlage gekauft werden. Die Stadt zahlt 170000 Euro selbst. Nach Berechnung des Schulelternbeirats müsste sie dabei aus dem Vollen schöpfen können. Seit sie vom Kreis die Trägerschaft übernahm, flossen ihr aus den Nachbargemeinden zwei Millionen Euro an Schulkostenbeiträgen zu, ein Viertel davon für Investitionen. Gleichzeitig brauchte Uetersen keine Schulbeiträge mehr an den Kreis zu zahlen. Wolfgang Tarrach vom Elternbeirat wollte wissen, was aus dem Geld geworden ist. Die Verwaltung will antworten.

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