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Bis zuletzt geheim : Schützenkönig heiratet Jugendwartin

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Tornescher Schützenkönig Günter Henning und Vera Jedtberg-Henning, Jugendwartin des Vereins, haben am Sonnabend geheiratet. Pastor Andreas-Michael Petersen aus Haselau traute sie während Hennings Geburtstagsfeier im Schützenheim in Esingen. Der Geistliche vollzog damit die erste kirchliche Eheschließung in dem Vereinshaus.

„Ich habe gesagt, dass ich es nur unter zwei Bedingungen mache: Wir machen aus der Schützenhalle eine Kirche und aus der Gesellschaft eine Gemeinde“, sagte Petersen. Kurzerhand stellte er zwei Kerzen und ein Kreuz auf einen kleinen Tisch, den er damit in einen Altar verwandelte. Er baute einen Notenständer auf und zog sich einen Talar über. Die Schützen warnte er vor: „Sie werden singen müssen.“ Immerhin wolle er einen richtigen Gottesdienst in der Halle feiern. Wer sich nicht beteiligen wolle, könne gern eine Raucherpause einlegen. Doch die Schützen blieben.

Das Brautpaar hatte sich im Schützenverein Tornesch kennengelernt. Sie trat vor sieben, er vor fünf Jahren ein. „Am Anfang waren wir uns gar nicht grün“, berichtete die 46-Jährige den UeNa. Dann legten Günter Henning und Vera Hauenstein, wie sie damals hieß, gemeinsam die Sachkundeprüfung der Schützen ab und besuchten den Schießsportleiterlehrgang. Nachdem sie vor drei Jahren das Amt der Jugendwartin übernommen hatte, unterstützte er sie bei der Arbeit. Zu einem Paar wurden die beiden im Juni 2014. Anfang 2015 übernahm er den Posten des zweiten Jugendwarts.

Vera Jedtberg-Henning, geborene Jedtberg, stammt aus Haselau und kennt Pastor Andreas-Michael Petersen, seit er die Gemeinde vor 20 Jahren übernahm. Regelmäßig organisiert sie mit ihm zusammen die Motorradgottesdienste am Haseldorfer Hafen. Während der vergangenen zwölf Jahre arbeitete sie auch im Haselauer Kirchenvorstand mit. Deshalb bat sie Petersen, die Trauung in Tornesch vorzunehmen, wo sie seit Jahresanfang wohnt. Er richtete Grüße der örtlichen Pastoren Winfried Meininghaus und Henning Matthiesen aus. Bevor er nach Haselau wechselte, arbeitete er selbst in Tornesch.

Die rund 150 Schützen feierten am Sonnabend eigentlich den 60. Geburtstag ihres Königs. Seine Ritterinnen Heidi Steenfatt und Barbara Müller schenkten ihm einen gebastelten Baum mit Fotos aus dem Schützenleben. Den Plan der Trauung verriet der Vorsitzende Udo Schöttler erst in letzter Minute. Er führte auch die Braut in die Schützenhalle. Standesamtlich hatte das Paar am Donnerstag zuvor geheiratet.

Schützen sammeln auf Anregung des Pastors Geld für Flüchtlinge

Tatkräftige Folgen hatte die Predigt von Pastor Andreas-Michael Petersen. Er sprach über den Trauspruch des Paares in 1. Johannes 3,18: „Liebe darf nicht aus leeren Worten bestehen. Es muss wirkliche Liebe sein, die sich in Taten zeigt“, übersetzte der Geistliche. „Wenn du Liebe spürst, hat sie dir ein anderer geschenkt. Sie wird spürbar, wenn du sie weitergibst“, sagte er und regte die Schützen zu einer Aktion an: Wenn jeder auf ein Bier verzichte und die Summe spende, könne damit zum Beispiel Flüchtlingen geholfen werden. „Das ist weitergegebene Liebe“, so Petersen. Die Schützen ließen kurzerhand Hüte kreisen und legten Geld zusammen. Der Pastor zeigte sich beeindruckt. (jhf)

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erstellt am 13.Sep.2015 | 21:53 Uhr

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