Demokratielabor : Schüler machen große Politik

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Am vergangenen Dienstag wurde im Uetersener Rathaus eine neue liberal-soziale Regierung gewählt. Nach einer heißen Wahlkampfdebatte der Spitzenkandidaten aller Parteien und einer geheimen Wahl stand der Sieg der liberal-sozialen Koalition schließlich fest.

shz.de von
05. Oktober 2012, 19:06 Uhr

Neues Regierungsoberhaupt ist Bente Schönfelder. Die Schülerin ist in der 11. Klasse des Ludwig-Meyn-Gymnasiums und hat zusammen mit 80 Mitschülern an dem Politik-Planspiel „Wahl in Fontanien“ teilgenommen. In dem von der Friedrich-Ebert-Stiftung geförderten und von der Agentur „planpolitik“ organisierten Planspiel gestalteten die Schüler im Rahmen des WiPo-Unterrichts die Politik des neugegründeten, fiktiven Staates Fontaniens.

Ausgangslage des Spiels: Das alte kommunistische Regime des Staates wurde abgesetzt. Parlamentswahlen stehen an. Eine neue demokratische Regierung muss gebildet werden. Wie in der echten großen Politik wurden Parteiprogramme entwickelt, Wahlkampagnen ausgearbeitet und - vom Fernsehen live übertragen - Wahlkampf geführt. Im Gegensatz zum wirklichen Leben hatten die Schüler für ihre Parlamentswahl allerdings nur zwei Tage Zeit.

„Per Los wurden die Schüler zu Parteimitgliedern, Lobbyisten und Pressevertretern. So ein Spiel ist keine Theorie, sondern hier lernen die Schüler ganz konkret Stellung zu beziehen. Auch für Sichtweisen, die ihnen sonst fremd sind“, erklärt Verena Reich, WiPo-Lehrerin einer der drei beteiligten 11. Klassen. Ihr Kollege Lars Koesterke hat den Anstoß für die Aktion gegeben. „So ein Planspiel hat den Vorteil, dass die Schüler tief in die Materie einsteigen, sich mit ihren Rollen identifizieren und sie ausprobieren. Sie verstehen, mit welchen Methoden Politik gemacht wird und sie erkennen, dass Politik keine fremde Welt ist, die einen nichts angeht“. Während die Schüler am ersten Tag bis in den Nachmittag voll Elan ihre Parteiprogramme ausarbeiteten und Wahlkampagnen planten, ging es am zweiten Tag in die Entscheidung: Vorstellung der Parteiprogramme, „Elefantenrunde“ der Spitzenkandidaten und schließlich die Wahl. Um dem Ganzen einen würdigen und authentischen Rahmen zu geben, hat die Stadt Uetersen freundlicherweise ihren Sitzungssaal für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt. „Fontanien funktioniert“ findet auch Lennard von Preyss, Kandidat der liberalen Regierungspartei LPF und Schüler des LMG. „Ich habe schon bei dem Planspiel ‚Kommunale Politik‘ mitgemacht.

Da bin ich von einer Pinneberger Politikerin gefragt worden, ob ich nicht Lust hätte, tatsächlich Politik zu machen und in der Projektgruppe für den Jugendausschuss mitzuarbeiten.

Das will ich jetzt machen“. Wäre schön, wenn die echte Politik dann so viel Spaß macht wie das Spiel.

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