zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 03:13 Uhr

Partnerschaft : Schüler entdecken Tansania

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Voller ganz verschiedener Eindrücke sind vier Gemeinschaftsschüler und ihre Lehrerin von einer Reise nach Tansania zurückgekommen. Im Rahmen eines Austauschprogramms besuchten sie unter anderem die „Kiumako Secondary School“ in Mrimbo, mit der die Moorreger eine Partnerschaft aufbauen möchten. „Sie haben nicht viel“, berichtet Lea Schmidt von den Gesprächen mit den tansanischen Schülern, „sind aber trotzdem glücklich.“

shz.de von
erstellt am 12.Nov.2014 | 20:31 Uhr

Den Kontakt nach Tansania knüpfte Julia Overbeck. Während einer Fortbildung wurde auch der Verein „Rafiki“ vorgestellt. Der hat seinen Sitz in Kiel und unterstützt seit 2012 den Aufbau der Schule nahe des Kilimandscharo. 2013 reiste die Pädagogin erstmals nach Mrimbo. „Das ist etwas für unsere Schule“, stellte sie damals fest. Im Juni besuchten zwei Lehrer aus Afrika das Moorreger Schulzentrum.

„Schüler blicken über den Tellerrand“, begründete Julia Overbeck das Engagement. „Sie erfahren andere Kulturen und Lebensumstände.“

Die Moorreger reisten mit einer 17-köpfigen Gruppe von Rafiki. Untergebracht waren sie in Jugendherbergen und Hotels. „Wir mussten uns ein bisschen umstellen“, berichtet Lea Schmidt. Waschen sollten sie sich mit kaltem Wasser und nicht immer gab es Strom. Zum Frühstück gab es viel Obst. Zu den Hauptmahlzeiten aß man viel Maisbrei („lecker“, so Lea Schmidt), Reis, Bohnen sowie Fleisch.

2000 Euro hätte jeder investieren müssen, wenn nicht von Bingo-Lotto und dem Land ein Zuschuss gekommen wäre. So zahlten die Eltern der Kinder je 1200 Euro. In der Kiumako Secondary School erlebten sie den Alltag der Schüler. „Sie wollen unbedingt lernen und freuen sich auf die Schule“, sieht Lea Schmidt den Unterschied zu manch Deutschen Schülern. „Für die tansanischen Kinder bedeutet der Schulbesuch eine große Chance“, ergänzt Julia Overbeck.

Die Gruppe besuchte andere Bildungseinrichtungen und war im Land unterwegs, inklusive Safari. Das größte Abenteuer bestand Lea Schmidt mit dem Besuch der Massai. Etwas unwohl war ihr anfangs. „Eine komplett andere Kultur“, stellte sie nun fest.

Teeplantage und -fabrik wurde besichtigt, die Produkte mit Fair-Trade-Siegel herstellen.

Informationen gab es über die Sklaverei in der ehemaligen Deutschen Kolonie.

Wie sich globale Geschäfte auf das Leben der Tansanier auswirken, erlebten die Moorreger mit dem geplanten, jedoch ausgefallenen Besuch einer Kaffeekooperative. Das Gemeinschaftsunternehmen musste kurzfristig schließen, weil der Kaffeepreis auf dem Weltmarkt so stark gesunken ist, dass die Einnahmen bei weitem nicht mehr die Ausgaben decken.

Vor und nach der Reise wurden sie viel auf das Thema Ebola angesprochen. Da kann Lea Schmidt nur milde lächeln. Denn die Seuche wütet in Westafrika und Tansania liegt auf der anderen Seite des Kontinents, in Ostafrika.

„Gucken raus in die Welt“

Kontakte sind von den Moorreger Schülern geknüpft wurden, aus denen sich Brieffreundschaften entwickeln sollen. Eine Gruppe von Eltern, Schülern und Pädagogen wird sich an der GemsMo bilden, die sich um die Beziehungen nach Tansania kümmert. Ziel ist es, eine Partnerschaft von Gemeinschaftsschule und „Kiumako Secondary School“ zu schmieden.

„Außerordentlich unterstützenswert“ ist die Initiative für die Schulleiterin Karen Frers. Sie entspreche der programmatischen Ausrichtung der Schule. Die Mädchen und Jungen würden aktiv, könnten ihr Verantwortung für die Welt erfahren. Die Rektorin stellt fest: „Wir leben nicht in ländlicher Abgeschiedenheit, sondern gucken raus in die Welt.www.rafiki-mrimbo.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert