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Alkoholprävention : Schüler als Botschafter gegen Komasaufen

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Pinneberg. Kreativ gegen „Komasaufen“: Seit 2010 haben bundesweit 52000 junge Künstler Plakate gegen das Rauschtrinken gemalt, darunter auch viele aus dem Kreis Pinneberg. Die mehrfach ausgezeichnete Kampagne wird von Politikern, Suchtexperten und Künstlern unterstützt. Hintergrund der Aktion sind die immer noch sehr zahlreichen Fälle von Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 19:55 Uhr

Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 26673 Kinder und Jugendliche mit akuter Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert – ein neuer Höchststand. Im Kreis Pinneberg ging die Zahl junger Alkoholpatienten 2012 dagegen leicht zurück – von 85 Fällen im Jahr 2011 auf 80 ein Jahr später. Thomas Ehlert, Leiter des DAK-Servicecenters in Pinneberg: „Die Eingelieferten sind nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer ist weit größer.“

Bedenklich, so Ehlert, sei insbesondere der Anstieg der Einlieferungen bei den Zehn- bis 14-Jährigen und unter diesen der zunehmende Anteil junger Mädchen. Um diesen Trend zu stoppen, müsse frühzeitig über die Folgen von Alkoholmissbrauch aufgeklärt werden. Ehlert: „Das besondere an der DAK-Plakataktion ist, dass Jugendliche mit ihren Bildern selbst zu glaubwürdigen Botschaftern gegen das Rauschtrinken werden.“

Landes- und Bundessieger des letztjährigen Plakatwettbewerbs „Bunt statt Blau“ sind derzeit in den Räumen des Pinneberger DAK-Servicecenters im Rübekamp 14-16 zu sehen. Einsendeschluss für den Kreativ-Wettbewerb 2014 ist der 31. März. Nach einer aktuellen Studie gaben 73 Prozent der jugendlichen Teilnehmer der Aktion gute bis sehr gute Noten und erklärten, sie seien überzeugt, dass die kreative Beschäftigung mit dem Thema zu einem reduzierten Alkoholkonsum beitrüge.

Zu den Unterstützern der DAK-Kampagne gehören Landrat Oliver Stolz als Repräsentant des Kreises Pinneberg und Stefan Albrecht von der Suchtberatungsstelle in Pinneberg. Die von der Diakonie organisierte Suchtprävention findet unter anderem in den 8. und 9. Schulklassen im Kreisgebiet statt. Nach den Erfahrungen der Berater, so Albrecht, seien den meisten Schülern die Gefahren von Alkoholmissbrauch sehr wohl bewusst. Jugendliche, die in die Suchtberatung kämen, so Albrecht, hätten allerdings häufiger Probleme mit exzessivem Medienkonsum oder anderen Drogen. Rauschtrinken sei unter Schülern von Regionalschulen stärker verbreitet als bei Gymnasiasten.

Landrat Oliver Stolz lobte den Plakatwettbewerb und die Ausstellung im DAK-Servicezentrum. „Kunst“, sagte Stolz, „hat den Auftrag, soziale Zustände aufzuzeigen, und Alkoholmissbrauch ist eine sehr ernste Sache.“ Die DAK-Kampagne sei ein wertvoller Aufklärungsbeitrag, der durch kreative Tätigkeit die Selbstreflexion bei Schülern fördere.

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