zur Navigation springen

Neues Gesetz : „Schrottimmobilien“: Wer nicht saniert, zahlt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Eine Änderung im Baugesetzbuch macht es möglich: Zukünftig können Kommunen die Besitzer von Schrottimmobilien an den Kosten eines zwangsweisen Abrisses beteiligen.

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2013 | 19:59 Uhr

Für den Bezirksvorsitzenden der IG Bau Holstein, Uwe Hahn, ein längst fälliger Schritt, denn „heruntergekommene und unbewohnte Gebäude verschlechtern auch die Wohnqualität in der Umgebung und blockieren die Entwicklung in Städen und Gemeinden“. Auch den Kommunen im Kreis Pinneberg könnte das neue Instrument helfen, die Eigentümer verfallener Gebäude stärker als bisher in die Pflicht zu nehmen.

Schrottimmobilien sind nach dem Verständnis von Uwe Hahn „lange unbewohnte Immobilien mit großem Sanierungsstau, die die Eigentümer verwahrlosen lassen.“ Grundsätzlich gilt: Abgerissen werden muss, wenn die allgemeine Sicherheit gefährdet ist und der Eigentümer keinen Sanierungswillen erkennen lässt. Bislang trug der Steuerzahler die Kosten für die umsetzung einer Abrissverfügung. Silke Faber, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung in Elmshorn, begrüßt die Verschärfung des Baugesetzbuches. „Das bringt eine Besserstellung der Allgemeinheit gegenüber den Immobilienbesitzern“, sagte sie. Brach liegende und verwahrloste Immobilien gibt es vor allem im Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen, ein 20 Hektar großer Stadtteil, der in den kommenden Jahren für 100 Millionen Euro aufgewertet wird.

Wie viele Gebäude hier im Sinne des Baugesetzbuches als Schrottimmobilien anzusehen sind, ist noch nicht klar, zumal die Stadt im Rahmen der Gebietsentwicklung zunächst auf Verhandlungen setzt. „Die Gesetzesnovelle wird bei den Eigentümern möglicherweise zu einem Umdenken führen, und das wäre absolut hilfreich für uns“, so die Amtsleiterin. Auch Uetersen hat faktisch ein Problem mit Schrottimmobilien: Aktuell sind sechs Objekte gelistet. Vor einem Jahr versuchte die Stadt, den Handlungsspielraum der öffentlichen Hand mit Hilfe einer neuen Satzung zu erweitern, die ein besonderes Vorkaufsrecht vorsieht. Das kann jedoch nur angewendet werden, wenn der Eigentümer auch verkaufen will, und verhindert vorrangig den Weiterverkauf an einen Spekulanten. Die Pinneberger Behörden beschäftigt derzeit ein Fall. Wenn eine Immobilie verfällt, sind die Gründe zumeist entweder Erbstreitigkeiten oder es handelt sich um ein Spekulationsobjekt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert