Konzert : Schönheit eines Songs strahlen lassen

Denkwürdiges haben die Besucher eines Konzertes am vergangenen Sonnabend in der Kirche St. Michael erlebt. Vor voll besetzten Bänken haben die Musiker von „Almost Pop“ nicht nur eine Reise durch die Geschichte der populären Musik der vergangenen 60 Jahre unternommen. Bewiesen wurde auch, dass in Ehren ergraute Rock ‘n’ Roller bestens mit musikalischen Jungspunden harmonieren können.

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07. April 2013, 21:23 Uhr

Rückblick: 2009 trommelt der Holmer Detlef Winkel Musiker zusammen, die in Cover-Bands wie „Just for fun“ oder „Rock Sugar“ jahrzehntelange Erfahrung gesammelt haben. Seine Idee: Zusammen mit jungen Musikern sollen die Titel gespielt werden, die ihnen am Herzen liegen.

In Moorrege hat Almost Pop sein siebtes Konzert gegeben. Für die musikalische Basis sind die älteren Herren an Gitarren und Bass zuständig. Besonders die beiden Bassisten Dirk Mense und Michael Just sind wichtig, denn sie geben den Songs den richtigen Drive. Damit ist der Boden bereitet für excellente Vokalisten, wie Meike Johannsen, Annett Guitan, Isabell Schubert, Franzi Kusche, Sebastian Brill, Jens Rehmbehn und Christopher Karow. Sie können zeigen, was in ihnen steckt. Hinzu kommen noch ein wenig Percussion sowie Tasten-, Streich- und Blasinstrumente.

Ambitioniert war das Programm. 19 Titel umfasste die Setlist, die von Liedern der Woodstock-Generation wie „The Boxer“ (Simon & Garfunkel) und „Mercedes Benz“ (Janis Joplin) über Kracher der Achtziger von Police („Message in a bottle“) und Abba („Thank you for the music“) zu den Hits von heute, etwa „This is life“ von Amy MacDonald und „Run“ von „Snow Patrol“ reichten.

Die Vielzahl der Musiker machten umfangreiche Wechsel auf der Bühne zwischen den einzelnen Stücken nötig. Die längeren Pausen wurden mit launigen Ansagen überbrückt und vom Publikum mit Verständnis genommen.

Die Nervosität vor allem der jüngeren Musiker ist spürbar. Sympathisch zu sehen, wie sich eine Sängerin am Anfang des Liedes geradezu am Mikrofonständer festzukrallen scheint, dann immer mehr Selbstsicherheit gewinnt und am Schluss die Rock-Röhre rauslässt. Sparsam werden die Songs instrumentiert. Auf die Melodien und die Interpretation konzentrieren sich die Akteure von Almost Pop. Die Schönheit manches Stücks strahlt intensiver als in den Versionen, die man aus dem Radio kennt. Die Songs bekommen so etwas Zeitloses.

CD und ein weiterer Auftritt Mit dem Moorreger Konzert von „Almost Pop“ ist eine CD vorgestellt worden, die während des vorherigen Auftritts aufgenommen wurde. Insgesamt 70 Musiker haben zum Gelingen der Live-Einspielung beigetragen. Die Scheibe ist nur im Rahmen eines Konzerts oder über die Website der Band erhältlich. Almost Pop sind das nächste Mal am 25. Mai während einer Veranstaltung des „Tornescher Allerlei“ (ToAll) zu sehen. Wer sich dafür interessiert, muss sich allerdings sehr sputen. Es gibt nur noch sehr wenige Restkarten. (tp) u www.almostpop.de

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