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Sommerturnier : Schöne Ritte und ein hässliches Unwetter

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Dramatische Momente beim sonst so harmonisch verlaufenden dreitägigen Reitturnier des Reit- und Fahrvereins (RuFV) Uetersen und Umgebung: Ein heftiges Unwetter platzte am Sonnabend urplötzlich bei der Siegerehrung des Pony-Stilspring-Wettbewerbs über die vierbeinigen und zweibeinigen Teilnehmer am späten Nachmittag herein.

shz.de von
erstellt am 28.Jul.2013 | 21:18 Uhr

Zwar war während des Springens bereits eine dunkle Wolkenwand aus Richtung Elbe herangewachsen, doch mit so einem plötzlichen Einbruch hatte keiner gerechnet. Richter Christian Schlicht hatte dem bildschönen Pony Da Capo von Linus Zeeuw vom Reit- und Fahrverein Elmshorn gerade die Schleife angesteckt, als der zierliche Junge und die anderen Gewinner erneut ihre Reitkünste unter Beweis stellen mussten.

Mit einem Schlag knatterten losgerissene Werbebanner-Planen, stürzten die Balken von Oxer und Steilsprung in sich zusammen, Blumendekorationen flogen durch die Gegend. Da stellte selbst das friedlichste Pony-Gemüt die Sinne vorsichtshalber auf Flucht, und die kleinen Reiter hatten wahrlich alle Hände voll zu tun, ihre aufgeregten vierbeinigen Freunde in den sicheren Hänger zu bugsieren.

Aufregung auch im großen Bewirtungszelt: Kinder schrien vor Angst, die Servicekräfte schlossen mit großem Kraftaufwand die Seitenplanen, und auch den Erwachsenen wurde bei Orkanböen und Sturzregen langsam mulmig. Wer nur irgend konnte, verließ mit Pferden und Hängern das Gelände, auf dem die Einsatzleitung das Turnier längst abgebrochen hatte.

Aber gerade das Unwetter machte deutlich, was das eigentliche Geschehen beim großen Sommerturnier des Uetersener Reitvereins mitten in der Hochburg der Holsteiner Züchter dominiert hatte: hervorragende junge und prominente Reiterinnen und Reiter, vorbildlich anzuschauende Leistungen im Springparcours und im Dressurviereck, keinerlei unschöne Aktionen, die Tierschützer auf den Plan rufen könnten, und eine besonders gut vorgeplante Organisation.

Rund 80 Helfer standen bei den 1200 Nennungen zu den unterschiedlichen Leistungsprüfungen zur Verfügung. Der Freitag etwa war der Vorstellung der jungen Pferde vorbehalten, eine Gelegenheit, die auch die „Prominenz“ wie Sören von Rönne (Neuendeich), Rasmus Lüneburg (Hetlingen) und Gaby Bauerfeld (Elmshorn) mit stilistisch gut anzusehenden Ritten nutzten.

Hoffnungsvoller Nachwuchs aus der Region wie Hendrik und Janne Frederike Meyer (Tornesch) holten sich am Sonnabend, der bis auf die Dressurprüfungen Kindern und Jugendlichen vorbehalten war vordere Plätze.

RuFV-Vorsitzender Jens Hausschildt, selbst renommierter Holsteiner Züchter, zeigte sich mit dem Verlauf des Turniers mehr als zufrieden. „Dafür, dass wir hier jedes Stück vom Stromaggregat bis zur Wasserversorgung auf die grüne Wiese schleppen müssen, haben die Vereinsmitglieder sich seit vielen Wochen engagiert. Ich hoffe nur, dass wir auch in Zukunft genügend junge Leute finden werden, die bereit sind, die Traditionen mit so einem Aufwand fortzusetzen.“

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