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Uetersener Nachrichten

29. Juni 2017 | 10:49 Uhr

Schnelle Hilfe bei Obdachlosigkeit

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Beschluss im Sozialausschuss Vorerst auf zwei Jahre befristete Sozialarbeiterstelle in Vollzeit in Uetersen

Aus Tornesch bekamen die Politiker im Vorwege der Sitzung des Sozialausschusses am Donnerstagabend eine Absage. Die Nachbarstadt möchte sich an einer gemeinsamen Fachstelle zur Abwendung von Obdachlosigkeit nicht beteiligen. Uetersens Politiker hatten die Verwaltung zudem gebeten, beim Jobcenter vorzufühlen und dort die Bereitschaft zur Kooperation zu erfragen. Diese Gespräche stünden noch aus, hieß es.

CDU und SPD hatten zum Tagesordnungspunkt Anträge eingebracht. Dabei war den Christdemokraten bereits die Formulierung des Themas wichtig. Sie beantragten vor Einstieg in die Tagesordnung die Umbenennung des Beratungspunktes. So wollten sie über eine Einstellung eines Sozialarbeiters „zur Vermeidung und Beendigung von Obdachlosigkeit diskutieren“. Dieser Zusatz fehlte in der Verwaltungsvorlage. Die Sozialdemokraten enthielten sich der Stimme, die Grünen stimmten gegen die Änderung der Formulierung. In der späteren Diskussion begründete der Grünenpolitiker Jens Ewald seine Gegenstimme: „Wir wollen, dass es in Uetersen keine Obdachlosen gibt und da ist es doch irrelevant, welche Überschrift der Tagesordnungspunkt hat.“


Die SPD wollte eine halbe Stelle einrichten


In ihrer Vorlage hatte die Verwaltung eine volle Sozialarbeiterstelle vorgeschlagen. Auch die Christdemokraten plädierten für eine Vollzeitstelle. Die Sozialdemokraten hatten sich in ihrem Antrag für eine halbe Stelle ausgesprochen, folgten jedoch nach einer Sitzungsunterbrechung vor der Beschlussfassung den Argumenten von Verwaltung, CDU und Grünen. „Die Kosten für diese Stelle umfassen nur einen Bruchteil der Kosten, die für den Bau einer Unterbringung von Obdachlosen entstehen würden. Außerdem könnten wir uns vorstellen, dass über diese Stelle auch Aufgaben im Bereich Flüchtlingsbetreuung übernommen werden könnten“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Stief.


Elmshorn als Vorbild für Uetersen


Auch der Grünen-Politiker Ewald sprach sich für eine Vollzeitstelle aus. „Uetersen hat mehr Obdachlose als Elmshorn. Dort hat sich die Arbeit von Sozialarbeitern mit diesem Aufgabengebiet bewährt.“ Einer von der CDU vorgeschlagenen Stellenbefristung auf zwei Jahre stimmten SPD und Grüne mit der Ergänzung „vorerst für zwei Jahre“ zu. Die Verwaltung hatte den Politikern in ihrer Vorlage auch vorgeschlagen, in Anlehnung an eine aktuelle Stellenausschreibung in Elmshorn das Stellenprofil für Uetersen zu übernehmen und hatte als Aufgabengebiet Fachberatung/Öffentlichkeitsarbeit (Lobbyarbeit für Wohnungslose, Vermittlung von Informationen) sowie Zugangs- und Casemanagement für hilflose Personen und Personen in einer Wohnungsnotlage benannt. Aus dem Antrag der Christdemokraten wurde in das Anforderungsprofil übernommen, dass „besonderes Durchsetzungsvermögen“ verlangt wird und in das Aufgabengebiet als erster Punkt „Vermeidung und Beendigung der Obdachlosigkeit“.


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erstellt am 20.Mai.2017 | 16:05 Uhr

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