zur Navigation springen

Präsentation : „Schnecke“ will Bildung und Gesundheit verbinden

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Anzahl verhaltensauffälliger Kinder hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Etwa 30 Prozent der Schulkinder haben Probleme im sozial-emotionalen Bereich. So lauten die Zahlen, die Schulrat Dirk Janssen im Juni 2010 vorlegte. Diese Kinder können sich häufig kaum konzentrieren und stören hierdurch den Unterricht massiv. Was wiederum Probleme für die übrigen Kinder bedeutet. Gleiches gilt auch für die Kindergärten, in denen Erzieherinnen und Erzieher immer häufiger mit verhaltensauffälligen Kindern zu tun haben. Doch woher kommen diese Auffälligkeiten? Häufig wird kolportiert, es handele sich bei diesen Kindern in den meisten Fällen um Kinder aus sozial schwachen Milieus.

Doch nicht immer stimmt das. Experten haben in den vergangenen Jahren erarbeitet, wie Sinnesbeeinträchtigungen und Leistungen in Schulen und Kindergärten miteinander zusammenhängen. In Hessen hat sich hierzu ein landesweites Forschungsprojekt unter der Leitung des hessischen Kultusministeriums gebildet, das unter dem Namen „Schnecke“ seit Frühjahr 2007 diese Forschungen vorantreibt. Um herauszufinden, wie Störungen des Seh-, Hör- und Gleichgewichtssystems und Auffälligkeiten in Kita und Schule zusammenhängen, wurden an 28 hessischen Schulen 7013 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen untersucht. Um den Zusammenhang zu den schulischen Leistungen zu erhalten, wurden die Zeugnisnoten herangezogen. Hierbei sind die Fächer Mathematik, Deutsch und Sport berücksichtigt worden. Als Resultate der sogenannten Screenings ergab sich, dass es bei rund neun Prozent der Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 5 und 18 zu Hörverlusten von mehr als 15 Dezibel kam, bei Grundschülern sogar fast 10 Prozent. Acht Prozent der Schülerinnen und Schüler wurde ein Augenarztbesuch empfohlen, bei 58 Prozent der untersuchten Kinder wurden Auffälligkeiten im Gleichgewichtssinn festgestellt. Die Ergebnisse im Vergleich zeigen, dass es bei Schülerinnen und Schülern mit Störungen des Gleichgewichtssystems oder des Seh- oder Hörvermögens zu signifikanten Abweichungen in den Schulnoten gibt.

Das Projekt „Schnecke“, benannt nach dem Wahrnehmungsorgan im Ohr, hat aufgrund dieser Ergebnisse spezielle Schulungen für Schülerinnen und Schüler entwickelt, die im Rahmen des normalen Unterrichts durchgeführt werden und den Schülerinnen und Schüler bei den Störungen der Wahrnehmungsorgane helfen können. Das Projekt will der Kreistagsabgeordnete der Grünen, Burkhard Stratmann, am liebsten auch nach Schleswig-Holstein holen, doch seine bisherigen Bemühungen scheiterten, meistens am Geld. Doch Stratmann ist überzeugt: „Wenn wir nicht erst mit den Reparaturmaßnahmen anfangen, sobald es zu spät ist, lässt sich sogar Geld sparen.“ Im Kultusministerium in Kiel hat man Stratmann bislang jedoch eine Absage erteilt. „Die Ergebnisse sprechen für sich“, betont Stratmann, der sich seit Jahren mit dem Projekt beschäftigt.

Am Donnerstag, dem 29. März ist die Projektleiterin aus dem hessischen Kultusministerium, Dorothea Beigel zu Gast im Kreis Pinneberg. Im Kreishaus wird sie das Projekt und die seit dem Projektstart erzielten Ergebnisse vorstellen. Beginn der Veranstaltung ist um 19.30 Uhr.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Mär.2012 | 21:31 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert